Golf: So sicher und fair wie möglich

24. September 2002, 19:08
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Sam Torrance und Curtis Strange führen Europa und die USA in den 34. Ryder Cup

Sutton Coldfield - "Um ehrlich zu sein, für einen amerikanischen Golfer sind solche Sicherheitsvorkehrungen nichts Neues." Sagte Curtis Strange, der das US-Team am Wochenende als Kapitän in den Ryder Cup führt, nachdem er in Sutton Coldfield eingecheckt hatte. Dort stehen bewaffnete Polizisten an jeder Ecke, das starke Aufgebot an Sicherheitskräften wirkt auf Strange eher beruhigend. "Wir fühlen uns hier sicher." Im Vorjahr war der Ryder Cup nach dem 11. September abgesagt und um ein Jahr verschoben worden, nun bestreiten ab Freitag auf dem The-Belfry-Kurs zwölf US-Amerikaner und zwölf Europäer das traditionelle Duell der Kontinente, die Amerikaner sind Titelverteidiger und führen insgesamt 24 zu 7, zweimal hat man sich unentschieden getrennt.

Kapitän der Europäer ist Sam Torrance, er und der Schwede Jesper Parnevik bildeten quasi die Vorhut in Sutton Coldfield, beide wurden mitten in der Nacht auf Montag von einem ordentlichen Erdbeben (4,8 nach Richter) geweckt. Torrance: "Jesper ist splitterfasernackt auf den Balkon gelaufen. Gott sei Dank war kein Fotograf in der Nähe." Parnevik selbst nahm nicht Stellung, ihm war wahrscheinlich auch nicht nach Scherzen zumute, am 11. September 2001 war der Schwede nur wenige Blöcke entfernt gewesen, als das erste Flugzeug das WTC traf.


Die beiden Teams

Das Team der USA bilden Tiger Woods (Nr. 1 der Welt), Phil Mickelson (2), David Toms (6), Davis Love III (7), Jim Furyk (10), David Duval (12), Scott Verplank (28), Scott Hoch (30), Mark Calcavecchia (42), Paul Azinger (51), Stewart Cink (59) und Hal Sutton (125). Europa hofft auf Sergio García (5), Padraig Harrington (9), Colin Montgomerie (17), Darren Clarke (19), Bernhard Langer (27), Niclas Fasth (32), Thomas Bjorn (35), Jesper Parnevik (61), Paul McGinley (71), Pierre Fulke (88), Phillip Price (119) und Lee Westwood (148). Die Kapitäne Strange und Torrance, seit Jahren gut miteinander befreundet, versprechen einander einen fairen Wettstreit.

Vor zwei Jahren waren in Brookline, Boston, einige US-Golfer auf dem 17. Loch aufs Grün gelaufen, um Justin Leonard zu bejubeln, noch bevor José María Olazábal putten konnte. Ein schwerer Verstoß gegen die Etikette, der sich so rasch nicht wiederholen soll. Torrance: "Alle sechs, sieben Jahre ist die Anspannung zu groß, und dann passiert so etwas. Diesmal wird es nicht passieren." Strange: "Patriotismus spielt halt eine sehr große Rolle im Ryder Cup." An die Zuschauer appellieren beide Teamchefs. "Seid so laut, wie ihr wollt und wie ihr könnt", sagt Torrance, "aber nicht, wenn ein Golfer gerade ausholt." (Reuters, red, DER STANDARD, PRINTAUSGABE 25.9. 2002)

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    Kapitäne und Freunde. Sam Torrance, der Europäer (links), und Curtis Strange, der Amerikaner, freuen sich auf den Ryder Cup. "Vor allem auf das Abendessen am Sonntag."

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