Napster hat Breitband-Internet gefördert

24. September 2002, 17:38
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US-Studie sieht zu wenig Anreize für Highspeed-Zugänge

Napster hat die Verbreitung von Breitband-Internetzugängen in den USA enorm gefördert. Seitdem die Mutter aller Online-Tauschbörsen von der Musikindustrie zur Strecke gebracht wurde, ist laut einer aktuellen Studie des US-Handelsministeriums nichts Gleichwertiges nachgekommen, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Demnach haben nur zehn Prozent der US-Haushalte einen Highspeed-Zugang, was im Vergleich mit anderen Ländern ein sehr geringer Anteil ist. In Deutschland verfügen beispielsweise rund 14 Prozent über einen Breitbandzugang, in Österreich – dem europäischen Spitzenreiter in Sachen Breitband – 29 Prozent. Insgesamt hat etwa die Hälfte der US-Amerikaner einen Webzugang (Europa: 40 Prozent).

Neue Applikationen und Services

"Neue Applikationen und Services, die Konsumenten wollen und die die Wirtschaft braucht, werden über Nachfrage und die Nutzung von Breitband entscheiden", zitiert das WSJ aus dem Bericht des "Office of Technology Policy" des US-Handelsministeriums. Vor allem der Verdienst des als illegale Online-Tauschbörse gestarteten Musikservices Napster in Sachen Breitband wird gewürdigt. Seitdem Napster von der Musikindustrie totgeklagt wurde, hätten legale Musikservices keinen vergleichbar fördernden Effekt auf die Verbreitung von Highspeed-Zugängen entfalten können. In diesem Zusammenhang verweist das Ministerium laut WSJ auf die Verantwortung der Industrie, eine wirksame Technologie zum Schutz des Copyrights zu entwickeln. Neben dem Musik-Download sieht der Bericht vor allem in Online-Spielen ein Potenzial zur Förderung von Highspeed-Internet.

Kein Grund für Breitband

In den USA kosten herkömmliche Webzugänge durchschnittlich 20 Dollar im Monat, Highspeed-Internet kommt hingegen auf monatlich 50 Dollar im Schnitt. Laut Studie sehen viele keinen Grund für Breitband mehr auszugeben. Der Regierungsbericht fordert daher mehr Breitband-Angebote.(pte)

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