Schwindel mit Sex-Hotlines aufgeklärt

24. September 2002, 17:51
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Ganze Ortsteile im Salzburger Pinzgau mit überhöhten Telefon-Rechnungen - Trio hatte Leitungen angezapft - Schaden: 40.000 Euro

Salzburg - Die zunächst mysteriösen Fälle im Salzburger Pinzgau, bei denen seit dem Vormonat ganze Ortsteile erhöhte Telefonrechnungen wegen Sex-Hotlines hatten, sind geklärt. Die Gendarmerie nahm in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt Montagnacht die drei mutmaßlichen Täter fest. Nach ersten Schätzungen dürften sie mindestens 300 Kunden der Telekom um insgesamt 40.000 Euro geprellt haben, wie die Sicherheitsdirektion Salzburg heute, Dienstag, Nachmittag mitteilte.

Die Bewohner ganzer Ortsteile hatten im Pinzgau wegen hoher Telefonrechnungen geklagt. Zu Stande gekommen waren diese wegen angeblicher Gespräche mit Sex-Hotlines. Sogar ältere Witwen sollen sich mit diesen Hotlines die Zeit vertrieben haben.

In Zusammenarbeit mit der Telekom stellten die Kriminalisten jetzt fest, dass die drei einheimischen Männer - alles Techniker - in einigen Telefon-Verteilerkästen eine selbst hergestellte Wählvorrichtung angeklemmt haben. Über diese wählten sie sodann die zuvor von ihnen angemieteten Mehrwertnummern an und ließen die Verbindung für einen Zeitraum von 30 bis 90 Minuten geöffnet. Bis zu zehn Rufnummern wurden dabei gleichzeitig angezapft.

Bei den Hausdurchsuchungen konnten bei allen Festgenommenen Computer, diverse Software sowie die von den Tätern verwendeten Einwählgeräte und Klemmvorrichtungen sichergestellt werden. Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Weitere Erhebungen über das Motiv, weitere Mittäter, genauer Umfang und Höhe des Schadens sowie den Geldfluss werden noch durchgeführt. Die drei Tatverdächtigen wurden in die Justizvollzugsanstalt Salzburg überstellt. (APA)

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    Salzburger sind keine Sexhotline-Konsumations-Schweinderln.

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