Posttraumatische Störungen bei Katastrophenhelfern

24. September 2002, 16:47
3 Postings

Hochwasser könnte letzten Schaden anrichten: Überlastete Rettungskräfte quittieren den Dienst

Linz - Die Hochwasserkatastrophe in Teilen Österreichs könnte nun auch negative Folgen für die Rettungsdienste haben. Denn die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Roten Kreuzes waren während der Hilfsaktionen extremen psychischen Belastungen ausgesetzt. Und das könnte dazu führen, dass viele von ihnen jetzt oder in nächster Zeit ihren Dienst quittieren, befürchtet Hans Morschitzky, Psychologe an der Linzer Nervenklinik Wagner-Jauregg, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Linz.

Tausende Rettungskräfte waren während des Hochwassers im Dauereinsatz. Dabei mussten sie das Leid der Betroffenen mitansehen. Um den psychischen Druck besser verarbeiten zu können, standen ihnen Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes zur Seite. Trotzdem sei es nicht immer einfach, die Belastungen "zu bewältigen", sagte Morschitzky. Berichten aus Amerika zufolge, hätten viele New Yorker Feuerwehrmänner nach ihrem Einsatz am 11. September ihren Dienst quittiert. Das könnte nach der "Jahrhundertflut" auch in Österreich passieren, so der Experte. Häufig leiden die Helfer ebenso wie die Opfer des Hochwassers an "posttraumatischen Belastungsstörungen" und Ängsten.

Ein bei der Pressekonferenz präsentiertes Buch setzt sich mit dem Thema "Angst" auseinander und zeigt neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Linzer Autoren - Hans Morschitzky und Sigrid Sator - beschreiben darin die zehn wichtigsten Angststörungen, liefern Erklärungsmodelle und umfangreiche Selbsthilfeanleitungen für die Betroffenen. Darüber hinaus werden neue Behandlungsmöglichkeiten gezeigt. (APA)

"Die zehn Gesichter der Angst - Ein Selbsthilfe-Programm in 7 Schritten", von Hans Morschitzky und Sigrid Sator, erschienen im Walter Verlag
Share if you care.