Kaukasus: Kaum noch Hoffnung auf Überlebende nach Gletscherlawine

24. September 2002, 15:47
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Mindestens 90 Menschen werden noch vermisst

Vier Tage nach dem Abgang einer gewaltigen Gletscherlawine im südrussischen Kaukasus haben die Rettungskräfte die Hoffnung auf Bergung Überlebender so gut wie aufgegeben. "Es ist kaum noch möglich, dass jemand eine solche Katastrophe überlebt hat", sagte der russische Zivilschutzminister Sergej Schoigu am Dienstag dem Fernsehsender NTW.

Mindestens 90 Personen werden noch vermisst

Armee und Zivilschutz fanden bis zum späten Dienstagnachmittag (Ortszeit) zehn Leichen in den Lawinenmassen. Mindestens 90 Menschen wurden weiterhin vermisst.

Die nach Abschmelzen der meterhohen Eis- und Geröllschichten im Karmadon-Tal entstandene Hochwassergefahr sollte durch kontrolliertes Fluten gebannt werden. Bei sommerlichen Temperaturen waren aus den Gletscherüberresten Tauwasser-Seen entstanden.

Am Freitagabend waren zwei Gletscher abgebrochen und hatten insgesamt 22 Millionen Tonnen Masse mit sich in das Tal an der Grenze zu Georgien gerissen. Schoigu dementierte Berichte, wonach die Katastrophe durch Feuerwerksexplosionen bei Dreharbeiten eines Kamerateams im Gebirge ausgelöst worden sei. Zu den Vermissten zählt auch der in Russland sehr populäre Schauspieler und Filmregisseur Sergej Bodrow mit Dutzenden Mitarbeitern. (APA/dpa)

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