Bulgarien droht EU-Verhandlungen wegen Kosloduj abzubrechen

24. September 2002, 15:01
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Chefunterhändlerin fordert technische Überprüfung des Atomkraftwerkes

Sofia - Bulgarien hat gedroht, die Aufnahmeverhandlungen mit der Europäischen Union (EU) abzubrechen, sollte die EU keine Atomexperten zur Überprüfung der Betriebssicherheit des umstrittenen Atomkraftwerks Kosloduj entsenden. Die bulgarische Chefunterhändlerin mit der EU und Ministerin für europäische Integration, Meglena Kunewa, sagte am Dienstag nach Medienangaben in Sofia, sie würde ohne diese technische Überprüfung den Abschluss des Verhandlungskapitels über die Energiewirtschaft nicht unterzeichnen. Damit würde Bulgarien seine Gespräche mit Brüssel praktisch einstellen.

Bulgarien will - wie mit der EU vereinbart - bis Ende 2002 die ältesten beiden Reaktoren in Kosloduj stilllegen. Die Stilllegung von zwei weiteren Reaktoren, die nach einem Memorandum mit der EU-Kommission bis spätestens 2006 vom Netz gehen sollen, will das Land dagegen so lange wie möglich hinauszögern. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hatte diese beiden Reaktoren nach ihrer Modernisierung als betriebssicher eingestuft. (APA/dpa)

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