Gen-Tests sollen Schicksal Tausender Vermisster im Kosovo klären

24. September 2002, 14:48
1 Posting

Noch 3600 Menschen verschiedener Volksgruppen vermisst

Pristina - Die Behörden im Kosovo haben erstmals exhumierte Leichen mit Hilfe von Gen-Untersuchungen identifiziert. "Das ist der Beginn eines großen, auf DNA-Tests gestützten Identifizierungsprozesses für das Kosovo", sagte der Leiter der Internationalen Kommission für Vermisste (ICMP), Gordon Bacon, am Dienstag in Pristina. Nach Angaben der UNO-Mission UNMIK stehen insgesamt noch etwa 3600 Menschen aus verschiedenen Volksgruppen auf den Vermisstenlisten.

Die ICMP, die auf Erfahrungen in Bosnien aufbauen kann, hat bisher insgesamt 5500 Blutproben von Menschen genommen, die Familienangehörige verloren haben. Diese Proben stehen für etwa 2300 Vermisste. Derzeit werden 1000 exhumierte Leichen getestet. Die Mehrzahl der Vermissten auf den Listen sind Kosovo-Albaner, die während des Krieges in der südjugoslawischen Provinz umgebracht wurden. (APA/dpa)

Share if you care.