"Mit CyberTron geht es vorläufig weiter."

24. September 2002, 14:36
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Ausgleich angenommen - Davon 16,2 Mill. Euro anerkannt

Vorerst aufatmen darf der insolvente Wiener Telekombetreiber CyberTron nach der heutigen Ausgleichstagsatzung. Die mehr als 460 Gläubiger haben den angebotenen Ausgleich angenommen und einer Teilbarquote von 7 Prozent zugestimmt, wie KSV-Insolvenzexperte Christian Vavrik der APA mitteilte. "Mit CyberTron geht es vorläufig weiter."

Zehn bis zwölf Wochen Zeit

Das Unternehmen habe nun zehn bis zwölf Wochen Zeit, die Voraussetzung für die Finanzierung der Teilbarquote zu erfüllen. Möglich wird das laut Vavrik aber nur sein, wenn es gelingt, die Gläubiger zu Rückstehungs- und Verzichtserklärungen zu bewegen und zu einer Einigung mit Hauptgläubigerin Telekom Austria (TA) zu kommen. Sonst würde CyberTron in den Anschlusskonkurs schlittern.

"Das wird unsere Aufgabe in den kommenden Wochen sein."

Das angemeldete Forderungsvolumen bezifferte Vavrik heute mit 86,3 Mill. Euro, etwas höher als zuletzt. Anerkannt seien davon bisher 16,2 Mill. Euro. CyberTron-Anwalt Karl Engelhardt will die Forderungen auf 30 bis 35 Mill. Euro herunter bringen, wie er am Dienstag zur APA sagte. "Das wird unsere Aufgabe in den kommenden Wochen sein."

Laut Ausgleichsverwalter Peter Schulyok ist ein erheblicher Teil der angemeldeten Forderungen strittig (darunter etwa Forderungen der TA, der Wiener Softwarefirma YLine oder der "Kronenzeitung"). Entscheidend werde auch sein, eine Lösung bei den Leasingverträgen zu finden, wie er gestern betont hatte.

Verzichtserklärungen

Für den Insolvenzprofi Schulyok ist der Ausgleich nur erfüllbar, wenn die Gläubiger "erhebliche Verzichtserklärungen für die Verbindlichkeiten abgeben". Das finanzielle Potenzial CyberTrons zur Schuldentilgung, unter anderem aus Provisionen des laufenden Geschäfts, liegt laut Schulyok bei 9,6 Mill. Euro.

Von CyberTron ist nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 28. Juni 2002 nicht viel übrig geblieben. Die nach wie vor börsenotierte Company wird gegenwärtig in stark reduziertem Umfang (laut Schulyok mit möglichst wenig unternehmerischen Risiken) und in Kooperation mit dem alternativen Telekomanbieter UTA fortgeführt. Inzwischen hat CyberTron von den vor der Insolvenzanmeldung beschäftigten 107 Mitarbeitern nur noch 10 Leute (ohne Vorstand).

Zweitgrößte Insolvenz des Jahres

CyberTron - heuer nach Libro Österreichs bisher zweitgrößte Insolvenz und die bis dato größte in Wien - musste den Gang zum Insolvenzgericht antreten, nachdem die TA der alternativen Telefongesellschaft wegen unbeglichener Rechnungen die Telefonleitungen gekappt hatte.

An der Wiener Börse notierte die CyberTron-Aktie am Nachmittag mit 9 Euro-Cent um 25 Prozent tiefer, seit Juni dieses Jahres befindet sich der Titel im Club der "Penny-Stocks". Die Telekomaktie wurde im Dezember 1999 zu einem Ausgabepreis von 11 Euro an der Börse emittiert. (APA)

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