Die Vorwürfe des Blair-Dossiers zum Irak in Kürzform

24. September 2002, 16:03
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London/Wien - Der britische Premierminister Tony Blair hat am Dienstag jenes auf Erkenntnissen von Nachrichtendiensten beruhende Dossier veröffentlicht, das Beweise für irakische Rüstungspläne liefern soll. Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte des 55 Seiten starken Papiers, wie sie auf der Homepage der BBC erschienen sind, zusammengefasst:

  • Der Irak habe nach Ende der UNO-Waffeninspektionen 1998 offenbar 20 Raketen des Typs El-Hussein mit einer Reichweite von 650 km einbehalten.

  • Die Reichweite des Raketentyps El-Samud konnte auf 200 km über das von der UNO festgelegte Limit von 150 km ausgedehnt werden.

  • Bagdad habe damit begonnen, mit Feststoff angetriebene Ababil-100-Raketen zu produzieren und ihre Reichweite auf 200 km auszudehnen.

  • Der Irak habe Anlagen konstruiert, um Triebwerke für Raketen zu testen, die britische Militäreinrichtungen auf Zypern, auf dem Territorien der NATO-Staaten Griechenland und Türkei sowie Israel und die irakischen Nachbarn am persischen Golf erreichen könnten.

  • Der Irak habe "militärische Pläne" zum Einsatz von chemischen und biologischen Waffen, auch gegen die eigene Bevölkerung.

  • Der Irak besitze chemische und biologische Massenvernichtungswaffen, die innerhalb von 45 Minuten einsetzbar seien.

  • Die Befehlsgewalt über B- und C-Waffen liege direkt bei Saddam Hussein, beziehungsweise dessen Sohn Kusai.

  • Die Programme für B- und C-Waffen seien "reichlich finanziert". In diesem Zusammenhang verweist das Dossier auf 3 Milliarden Dollar (3,05 Mrd. Euro), die der Irak außerhalb der UNO-Kontrolle im Jahr 2002 eingenommen und zu Rüstungszwecken verwendet habe.

  • Saddam Hussein habe versucht, in Afrika große Mengen Uran zu erwerben, ohne dabei ein ziviles Atomprogramm durchzuführen, das diese Mengen rechtfertigen würde.

  • Der Irak habe versucht, heimlich Material und Technologien zu erwerben, die zur Produktion von Atomwaffen dienten.

  • Der Irak unterhalte ein militärisches Atomprogramm, das innerhalb von ein bis zwei Jahren zum Bau von nuklearen Waffen führen könne.

  • Im Irak würde derzeit versuchen, Hinweise und Dokumente zu verstecken, die bei zukünftigen UNO-Inspektoren als inkriminierende Beweise gelten könnten.(APA)
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