"Architektur ist immer und überall"

27. September 2002, 11:36
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"Architekturtage 2002" am Freitag und Samstag

Wien - Unter dem Motto "Jetzt ist alles offen!" für die "Architekturtage 2002" möchte die Kammer der Architekten gemeinsam mit der Architekturstiftung Österreich am 27. und 28. September einer breiten Öffentlichkeit die Funktion von Architektur nicht nur als Baukunde, sondern auch als Belebung gesellschaftlicher Räume vermitteln.

Auf dem Programm stehen Besichtigungen ausgesuchter Bauten in ganz Österreich, der Slowakei und Ungarn, Atelierbesuche, Diskussionen, eine Schifffahrt, und zur Entspannung Feste.

Erstmals wird die Veranstaltung in allen neun Bundesländern inhaltlich und zeitlich koordiniert am Freitag und Samstag steigen. In Wien, Niederösterreich und Bratislava laden an beiden Tagen rund 170 Gebäude und 30 Ateliers zur Visite, in Innsbruck stehen unter anderem Besichtigungen der kürzlich eröffneten Bergiselschanze oder des Rathauses auf dem Programm.

"Wir wollen zeigen, dass interessante Architektur nicht nur weit weg - etwa in Bilbao - existiert, oder in Museen," sagte Christian Kühn von der Architekturstiftung Österreich im Pressegespräch am Mittwoch. Im Gegensatz zu den meisten Architekturveranstaltungen richte sich diese nicht nur an Experten, sondern an alle Interessierten. Diese hätten Gelegenheit, sich sowohl auf eigene Faust als auch im Rahmen von Führungen in Architekturbüros und Bauwerken umzusehen, sich die Spezifika erklären zu lassen, oder an Vorträgen, Diskussionen und Festen teilzunehmen.

"Architektur bestimmt den Alltag und betrifft alle. Die Leute sollen sich einmischen", bekräftigte Georg Pendl von der Architektenkammer die Notwendigkeit einer solchen Großveranstaltung. "Darüber hinaus ist es auch für Architekten lehrreich, einmal etwas gemeinsam zu machen. Das ist ja sonst eher unüblich in der Branche".

"Architektur ist immer und überall, nur wird sie nicht als solche, sondern nur als Umwelt wahrgenommen," erklärte Georg Pendl, Bundesvorsitzender der Architekten.

"Der Raum des Politischen"

In Tirol werde mit dem Programm "Der Raum des Politischen" das Verhältnis von Architektur und Gesellschaft einer Analyse unterzogen werden, sagte Arno Ritter, Leiter des Architekturforum Tirol. Am ersten Tag soll dies auf einem Rundgang durch vier Architekturviertel rund um das Innsbrucker Rathaus verdeutlicht werden. Am Samstag stehe dann die "Repräsentanz der politischen Macht" - das neue Rathaus von Stararchitekt Dominique Perrault - selbst im Mittelpunkt. Drei weitere "Angelpunkte mit politischen Bezügen" - das Umspannwerk Mitte als "Energieknotenpunkt", der Bahnhof Innsbruck als "zweithäufigst frequentierter Bahnhof Österreichs" und die neue Bergiselschanze von Architektin Zaha Hadid - können ebenfalls besichtigt werden.

Im Burgenland warten "Geheime Orte": "Außen" ist eine Busreise rund um den Neusiedlersee, "Innen" eine Schiffsreise auf dem See mit Aufenthalten in Neusiedl und Podersdorf.

Mit dem Phänomen "Stadt" beschäftigen sich Oberösterreich: "City Aspiration" . Dabei geht unter dem Motto "Stadterweiterung" per Bus unter anderem zum Voest-Alpine Gelände und zum Harterplateau. Das Symposium "Positionen Sehnsucht Stadt" rundet ab.

In Salzburg laden "Offene Architekturen" zum Kommen. Dabei zu sehen sind eine Volksschule in Oberndorf, ein Industrieprojekt in Ranshofen, Wohnbauten und Projekte in Feng-Shui-Planung in Salzburg Stadt. "Verstehen Sie Bahnhof" heißt das Symposium, eine Initiative für ein lebenswertes Bahnhofsviertel.

"Architektur - Schauen Sie sich das an!" heißt es in der Steiermark. Neben Atelierbesuchen gibt es Touren zu Fuß und mit der Straßenbahn durch Graz, die Ausstellung "Alte Ansichten" im Haus der Architektur, und ein Architekturlabor für Kinder.

Kärnten bietet ebenfalls Atelierbesuche, Touren durch Klagenfurt, "vom Wohnbau zum Baumax" und ein Fest "Zehn Jahre Napoleonstadl".

Vorarlberg gibt sich "Offen für Räume - Willkommen im Leben" - mit Touren per Bus, z.B. "Junge Häuser für Junge Leute". (APA)

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