Mehr Verkäufer als Mediziner ...

24. September 2002, 14:16
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Untersuchung von "Stiftung Warentest" - Schönheitschirurgen weisen oft nur ungenügend auf Risiken hin

Wer sich in Deutschland unters Messer eines Schönheitschirurgen legt, begibt sich oft ahnungslos ins Risiko. Die für Operationen wie etwa Fettabsaugen nötige Beratung ist häufig völlig unzureichend, wie die "Stiftung Warentest" in ihrem neuen Heft darlegt. Teilweise böten Ärzte sogar den Patienten Eingriffe an, die diese ursprünglich gar nicht machen wollten, teilte am Dienstag die ZDF-Sendung "Gesundheitsmagazin Praxis" mit, die sich in ihrer Sendung am Mittwoch mit der Untersuchung der Stiftung beschäftigt.

Mehr Verkäufer als Mediziner

In Deutschland werden dem Magazin zufolge jährlich 400.000 kosmetische Operationen vorgenommen. Besonders beliebt sei dabei Fettabsaugen an Hüfte, Bauch und Po, was kein banaler Eingriff sei, sondern eine aufwendige, mehrstündige Operation mit entsprechenden Risiken. Eine Untersuchung der nötigen Beratungsgespräche habe aber ergeben, das dort nur ungenügend auf die Risiken hingewiesen wird. Zudem verstünden sich viele Ärzte offenbar eher als Verkäufer, denn als Mediziner. "Es ist mehrfach, insbesondere bei Frauen, angeboten worden, Eingriffe durchführen zu lassen, die sie gar nicht nachgefragt haben", erklärte der verantwortliche Redakteur von "Stiftung Warentest", Hans-Joachim Koubenec. (APA/AP)

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    Schönheitsoperationen: Nötige Beratung fehlt

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