Deutsche Bahn zieht vor Gericht

24. September 2002, 12:52
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Klage gegen irreführende Billigflug-Angebote geplant - Es geht darum, gleiche Spielregeln für alle durchzusetzen"

Hannover - Die Deutsche Bahn bereitet einem Medienbericht zufolge Klagen gegen mehrere Billigflug-Anbieter wegen irreführender Werbung vor. Zugleich will sie nach den Worten von Vorstandsmitglied Christoph Franz mit Sondertarifen auf die Flugkonkurrenz reagieren. "Es geht darum, gleiche Spielregeln für alle durchzusetzen", sagte Franz in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit Spiegel-Online.

Die Bahn will sich nach seinen Worten dagegen wehren, dass Fluggesellschaften mit äußerst niedrigen Flugpreisen werben, in denen aber die Sicherheits- und Landegebühren noch nicht enthalten sind. "Wir geben nur Gesamtpreise an, inklusive Mehrwertsteuern", sagte Franz. Fluggesellschaften würden einen Inlandsflug für beispielsweise neun Euro anbieten, der aber in Wahrheit inklusive Gebühren 40 Euro koste. "Diese Masche halte ich für rechtlich ausgesprochen problematisch", sagte Franz.

Rechtliche Prüfungen

Die von der Bahn eingeleiteten rechtlichen Prüfungen seien weit fortgeschritten. Auf die Frage, ob und gegen wen die Bahn vor Gericht ziehen werde, sagte Franz: "Das ist sehr wahrscheinlich. Es kommen mehrere Unternehmen in Frage. Wir werden das an konkreten Fällen festmachen."

In den nächsten Wochen wird sich die Zahl der Billigflüge durch neue Anbieter erheblich ausweiten. Die Fluggesellschaft Eurowings, an der die Lufthansa 25 Prozent hält, startet ab Oktober mit der neuen Airline Germanwings ebenfalls von Köln/Bonn aus. Dort will von Dezember an auch der weltweit größte Reisekonzern TUI will mit seiner neuen Flugtochter Hapag Lloyd Express und dem Partner Germania starten. TUI hatte zuletzt erklärt, im günstigsten Fall Inlandsflüge ab zehn Euro anzubieten. In diesem Preis sind allerdings die Gebühren noch nicht enthalten.

"Nicht mehr passiv zusehen"

Die Bahn geht davon aus, dass die kostengünstigen Flüge von Köln-Bonn die Nachfrage nach Bahntickets beeinträchtigen könnte. "Dort werden wir Auswirkungen spüren", sagte Franz. "Zugleich zielen wir mit unserer ICE-Neubaustrecke ebenfalls auf Köln. Das wird interessant", sagte Franz. Zudem werde die Bahn ihr Preissystem ab Oktober flexibler gestalten und mit gezielten Angeboten reagieren. "Die Bahn wird dem Spiel nicht mehr passiv zusehen", sagte Franz. Man werde auf die speziellen Preisaktionen der Wettbewerber reagieren. "Mehr möchte ich noch nicht sagen", fügte Franz hinzu. (APA/Reuters)

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    Die Deutsche Bahn will der Billigkonkurrenz nicht das Feld überlassen und plant rechtliche Schritte wegen "irreführender Werbung".

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