Haider kandidiert "aus alter Tradition" für den Nationalrat

25. September 2002, 17:48
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Reichhold fordert Rückzieher: "Der Chef bin ich"

Wien - "Ich habe es nicht gewusst", meinte FPÖ-Obmann Mathias Reichhold am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz in Wien zur Kandidatur des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider als "Schlusslicht" auf der FPÖ-Landesliste für den Nationalrat. "Ich werde mit den Kärntner Freunden noch sprechen", kündigte der Infrastrukturminister an.

"Dass er kandidiert, ist noch nicht fix", unterstrich Reichhold, der in der nächsten Woche für eine Sitzung in Kärnten sein wird. "Wir werden das in den Gremien ausreden."

Haider: Kandidatur "alte Tradition"

Er habe nicht die Absicht gehabt, mit seiner Ankündigung, am letzten Listenplatz der Kärntner FPÖ für die Nationalratswahl zu kandidieren, für Unruhe zu sorgen. Das erklärte Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) am Dienstag. Es sei dies lediglich eine alte Tradition bei den Freiheitlichen.

Wenn seine Absicht, die eher als "Akt der Höflichkeit" für die eigentlichen Kandidaten gedacht gewesen sei, in Wien für Aufregung gesorgt habe, so habe er überhaupt kein Problem damit, davon Abstand zu nehmen, sagte Haider am Rande eines Pressegesprächs in Klagenfurt: "Ich muss auf überhaupt keiner Liste stehen." Wenn irgend jemand Angst davor habe, dass er in die Bundespolitik zurück wolle, dann könne er nur wiederholen: "Mein Platz ist hier in Kärnten, das muss ich offenbar immer wieder sagen." Es sei halt immer so gewesen, dass in Kärnten "der Häuptling" am letzten Listenplatz aufgeschienen sei. Die ganze Aufregung sei daher völlig unnötig.

Reichhold an Haider: "Der Chef in der FPÖ bin ich"

Reichhold stellte am Dienstag klar, wer in der Partei das Sagen hat. "Es muss klar sein, dass es nur ein Chef gibt in der FPÖ. Und das bin ich", sagte Reichhold am Mittwoch, und weiter in Richtung Kärnten: "Das muss jeder akzeptieren."

Nach einem Gespräch mit dem Kärntner Landeshauptmann geht Reichhold davon aus, dass dieser seine Kandidatur für die Nationalratswahl wieder zurückzieht. "Die Kandidatur würde als Signal aufgefasst, dass er (Haider, Anm.) wieder in die Bundespolitik zurückkehren will. Ich habe Haider daher gebeten, auf eine Kandidatur zu verzichten", so Reichhold weiter.

Haider habe daraufhin erklärt, dass es ihm keinesfalls um ein derartiges Signal gehe. "Mein Platz ist hier in Kärnten", soll Haider Reichhold versichert haben.

Das Verhältnis zu Jörg Haider bezeichnete Reichhold nach dem Gespräch als "korrekt". (APA)

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    Kommunikations- probleme zwischen dem ehemaligen und dem jetzigen FP-Chef?

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