EU-Kandidaten übertrafen beim Wachstum die EU-15

25. September 2002, 11:27
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Jahr 2001 bescherte den zehn aussichtsreichsten Beitrittsstaaten BIP-Zuwachs von 2,4 Prozent

Brüssel - Die zehn aussichtsreichsten Kandidatenstaaten für einen EU-Beitritt 2004 haben im Vorjahr beim BIP-Wachstum die bisherigen 15 EU-Mitglieder übertroffen. Kamen die EU-Staaten 2001 nur auf ein gemeinsames Wachstum von 1,5 Prozent, so erreichten die Beitrittsländer 2,4 Prozent. Das stärkste Wachstum registrierte Eurostat nach einer in Brüssel veröffentlichten Mitteilung in Lettland mit 7,7 Prozent Wachstum.

Damit lag Lettland zugleich um 1,8 Prozent vor dem am stärksten wachsenden EU-Mitglied Irland. Auch die baltischen Nachbarstaaten gehörten 2001 zu den sich am dynamischsten entwickelnden Volkswirtschaft: In Litauen betrug der BIP-Zuwachs 5,9 Prozent und in Estland lag er bei 5,0 Prozent. Dahinter folgte Zypern mit einem Plus von 4,0 Prozent.

Mitteleuropa wächst langsamer

In den mitteleuropäischen Beitrittsländern verlangsamte sich hingegen die Wirtschaftsentwicklung gegenüber den Vorjahren. In Ungarn betrug das Wachstum 2001 3,8 Prozent, in Tschechien und der Slowakei jeweils 3,3 Prozent, in Slowenien 3,0 Prozent und in Polen nur 1,1 Prozent. Schlusslicht unter den zehn war die Mittelmeerinsel Malta mit einem Minus von 0,8 Prozent.

Zur Gruppe der EU-Kandidaten, allerdings mit keiner Aussicht auf einen baldigen Beitritt, zählen auch Bulgarien, Rumänien und die Türkei. Während sich in Rumänien mit einem Plus von 5,3 Prozent und in Bulgarien mit einem BIP-Zuwachs von 4,0 der Aufholprozess der Wirtschaft fortsetzte, findet die Wirtschaftskrise in der Türkei kein Ende: Nach den Angaben von Eurostat erlitt das Land im Vorjahr einen Rückgang von -7,4 Prozent.

BIP wesentlich geringer

Das Gesamtvolumen des BIP aller 13 Kandidatenländer betrug 2001 628,2 Mrd. Euro. Die entsprach 7,1 Prozent des BIP der EU-15. Das BIP der zehn aussichtsreichsten Kandidaten machte 2001 gemeinsam 404,1 Mrd. Euro oder 4,6 Prozent jenes der EU-15 aus. Zum Vergleich: Das österreichische Bruttoinlandsprodukt betrug 2001 nach einem Zuwachs von einem Prozent 210 Mrd. Euro.

Im Vergleich mit dem Vorjahr verzeichneten 2001 die Staaten Lettland, Litauen, Rumänien und die Slowakei ein gesteigertes Wachstum registrieren. In Tschechien wurde derselbe Wert wie 2000 erreicht. Insbesondere in Polen, aber auch in Estland, Bulgarien, Zypern, Ungarn und Slowenien wurde das Wachstum schwächer.

Die von Eurostat ebenfalls beobachtete Entwicklung der Kaufkraft zeigte folgendes Bild für 2001: Unter den 13 Kandidatenstaaten war sie am höchsten in Zypern mit 80 Prozent des Durchschnitts der EU-15 und am niedrigsten in der Türkei mit 22 Prozent. Die zehn aussichtsreichsten Kandidaten gemeinsam erreichten 45 Prozent des Schnitts der EU-15. Von den Nachbarn Österreichs erreichte Slowenien 69 Prozent, Tschechien 57 Prozent, Ungarn 51 Prozent und die Slowakei 47 Prozent. (APA)

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