Mitarbeiter der Gletscherbahnen im Zeugenstand

24. September 2002, 12:05
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Errichter der Holzeinbauten im Führerstand: Abstand zum Heizlüfter war ausreichend, Druckabfall bei Bremsen normal

Salzburg - Deutlich ruhiger als am Montag mit der Befragung des Zeugen Ed Fagan wurde heute, Dienstag, im Salzburger Kolpinghaus der Kaprun-Prozess fortgesetzt. Am Vormittag war jener Mitarbeiter der Gletscherbahnen Kaprun im Zeugenstand, der im Herbst oder Winter 1994/95 die Holzeinbauten im Führerstand durchgeführt hatte und bis 1997 auch Wagenbegleiter in den beiden Garnituren der Standseilbahn war.

Die Mitarbeiter hätten sich damals beklagt, weil es im Führerstand "dort, wo der Heizlüfter war, extrem hereingezogen hat", schilderte der 33-Jährige. Er als ausgebildeter Tischler habe deswegen die Holzeinbauten vorgenommen, danach habe es spürbar weniger gezogen. Ob er dafür eine besondere Genehmigung oder auch einen Auftrag seiner Vorgesetzten erhalten habe, konnte der Zeuge heute nicht mehr beantworten. Auch, ob er den erfolgten Einbau gemeldet habe, war ihm nach eigenen Worten nicht mehr in Erinnerung.

Heizlüfter nicht ausgebaut

Für die Montage der Verbauung habe er die Heizlüfter nicht ausbauen müssen, sagte der Zeuge. Außerdem habe er - je nach Richtung - einen Abstand von 15 bis 20 Zentimeter zum Heizlüfter belassen. "Die Abstände der Holzeinbauten waren sicher ausreichend", sagte der Zeuge. Er habe keine Bedenken gehabt, dass sie zu nahe am Lüfter waren, weil ja die ausströmende, warme Luft durch die Einbauten nicht behindert gewesen sei.

Weiters schilderte der 33-Jährige, dass es etwa alle vier Tage zu einem Druckabfall bei der Hydraulikbremse gekommen sei, und zwar von 180 auf etwa 170 Bar. Das sei mit dem Ventil aber leicht wieder zu beheben gewesen. Da es aber nur bei kalten Temperaturen zu dem Druckabfall gekommen sei, habe man darin auch den Grund gesehen und nie nach weiteren Ursachen gesucht.

Entgegen der Ankündigung vom Montag waren am Dienstag doch noch drei weitere Zeugen aufgerufen. Es sind dies alle Mitarbeiter der Gletscherbahnen. (APA)

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