"Revolutionär des amerikanischen Kinos"

24. September 2002, 10:56
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Dennis Hopper erhält Donosti-Preis für sein Lebenswerk

San Sebastian - Hollywoodstar Dennis Hopper ist am Montagabend auf dem 50. Internationalen Filmfestival von San Sebastian für seine Schauspiellaufbahn mit dem Donosti-Preis ausgezeichnet. Der Darsteller von Filmen wie "Apocalypse Now", "Blue Velvet" oder "Speed" war von der Ehrung als "Revolutionär des amerikanischen Kinos" und seiner Karriere sichtlich gerührt, gab allerdings zu, nicht immer sehr erfolgreich gewesen zu sein. "Während meiner Karriere habe ich viele Höhepunkte erlebt. Dennoch glaube ich nicht, jemals eine große Rolle oder einen großen Film gemacht zu haben", so Dennis Hopper in San Sebastian.

Der Hollywoodstar begann mit nur 18 Jahren seine Schauspielkarriere an der Seite von James Dean in "...denn sie wissen nicht was sie tun" und mit Rock Hudson in "Giant". Den Tod von seinem Freund James Dean hat Hopper nur schwer überwunden. Er suchte fortan Rollen, die mit dem Teenager, der nur Ärger machte, nichts mehr gemein hatten. So spielte er in einigen sogenannten B-Movies, aber auch in Western an der Seite von John Wayne ("Die vier Söhne der Katie Elder"), Clint Eastwood ("Hängt ihn höher") und Paul Newmann ("Der Unbeugsame").

Hopper galt als schwer umgänglich, und so war er ab 1960 drei Jahre lang in keinem Film zu sehen. Nach einer Pause drehte er mit seinen Freunden Peter Fonda und Jack Nicholson 1969 den Kult-Streifen "Easy Rider", dem schon 1970 das finanzielle Regie-Fiasko "The Last Movie" folgte. Doch dank "Easy Rider" galt Hopper als der neue Star am Anti-Establishment-Himmel.

Bremse

Dennoch gibt er heute zu, die Hollywood-Industrie habe seine Karriere als Regisseur nach "Easy Rider" "gebremst". Hollywood gab ihm angeblich keine Chance und so kam es, dass er rund 12 Jahre nicht hinter der Kamera stand. "Nach Easy Rider fühlte ich mich wie ein Kämpfer, der lange nicht mehr gekämpft hatte", erklärte Hopper im nordspanischen San Sebastian auf der Pressekonferenz.

Trotz der vielen "Höhen und Tiefen" in seiner Karriere habe er allerdings ein wunderschönes Privatleben geführt. "Ich habe fotografiert, gemalt, habe Kinder, ich bin den Drogen und dem Alkohol verfallen und habe es geschafft, dem wieder zu entkommen", so Hopper.

"Derzeit geht es mir sehr gut. Aber ich lebe besser als ich es verdiene, weil ich, um meine Familie zu ernähren, viele schlechte Rollen angenommen habe", erklärte der Hollywoodstar auf dem Filmfestival, welches nach Cannes, Venedig und Berlin als das wichtigste Filmereignis in Europa gilt.

Hopper kündigte auf der 50. Jubiläumsausgabe des Filmfestivals von San Sebastian an, im Oktober bereits wieder vor der Kamera zu stehen. An der Seite von Melanie Griffith und "Ally McBeal"-Star Portia de Rossi wird er den Sänger Frank Sinatra verkörpern. Der polemische Film soll vor allem die negativen Seiten des legendären Sinatra biografisch darstellen. (APA)

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