OMV: Großer Fang in Neuseeland

25. September 2002, 11:56
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Österreichischer Öl- und Erdgaskonzern erwirbt zehn Prozent am größten produzierenden Feld Neuseelands - Gute Chancen beim INA-Einstieg

Wien - Der österreichische Öl- und Erdgaskonzern OMV hat 10 Prozent am neuseeländischen Öl- und Erdgasfeld Maui von Shell erworben. Das offshore Feld liegt im Taranaki Becken, 40 km vor der Küste Neuseelands und ist die größte produzierende Kohlenwasserstofflagerstätte des Landes. Mit der Maui-Beteiligung, die der OMV im 4. Quartal 2002 zusätzlich täglich rund 10.000 Barrel Öl-Äquivalent (boe) bringt, ermöglicht der OMV, ihr für Ende 2002 geplantes Produktionsniveau von 100.000 boe pro Tag voraussichtlich zu erreichen, erklärte E&P-Vorstandsdirektor Helmut Langanger Dienstagfrüh in einer Ad-hoc-Mitteilung

Dies sei besonders erfreulich, da für das 3. Quartal wegen Instandhaltungsarbeiten und temporären Produktionsproblemen im Schiehallion-Feld mit niedrigeren Produktionsmengen zu rechnen sei. Neuseeland sei durch sein Kohlenwasserstoffpotenzial und die guten fiskalischen Bedingungen eine attraktive Region für das E&P-Geschäft. Bis 2008 will OMV wie berichtet die tägliche Öl- und Erdgasproduktion auf 160.000 boe steigern.

49-Prozent-Anteil von Shell

Neben der Beteiligung am Maui Feld hat OMV den gesamten 49-Prozent-Anteil von Shell an der ebenfalls im Taranaki Becken gelegenen Maari Explorationskonzession mit einem Ölfund erworben. Am Maari Feld ist OMV, die als Betriebsführer agieren wird, nunmehr mit 79 Prozent und die neuseeländische Todd Petroleum Mining Holding mit 21 Prozent beteiligt. Über den Preis sowie über die Details der Verträge wurde Stillschweigen vereinbart.

Die OMV Beteiligung am Maui Feld umfasst neben der bestehenden Infrastruktur einen Gasliefervertrag mit der neuseeländischen Regierung. OMV erwartet für das 4. Quartal 2002 eine tägliche Förderrate von rund 10.000 boe. Das Feld produziert ca. 75 Prozent Gas und ca. 25 Prozent Öl, Kondensat und LPG. Das Maui Öl- und Gasfeld wird von einem internationalen Joint Venture bestehend aus Shell (77,5 Prozent), Todd Petroleum Mining Holding (12,5 Prozent) sowie der OMV (10 Prozent) betrieben.

Größtes, produzierendes Feld Neuseelands

Das Maui Feld ist das größte produzierende Feld in Neuseeland, aus dem seit dem Jahr 1979 Gas und seit 1996 Öl gefördert wird. Derzeit sind 26 Fördersonden in Betrieb. Die Anlagen bestehen aus zwei Offshore Plattformen, einer schwimmenden Offshore Produktionsanlage, am Meeresboden verlegten Gas- und Flüssigkeitsleitungen, Onshore Aufbereitungsanlagen in Oaonui sowie der rund 290 km langen Onshore Gastransportleitung von Oaonui nach Auckland.

OMV ist in Neuseeland seit 1999 tätig. Gesteuert werden die Aktivitäten von OMV Australia Pty Ltd, einer 100-Prozent-Tochter in Perth. In Australien ist OMV seit 1998 aktiv. Die Akquisition der australischen Explorations- und Produktionsfirma Cultus durch OMV im September 1999 war die erste erfolgreiche Übernahme des österreichischen Konzerns in Australien. OMV ist derzeit an 19 Explorationsblöcken (On-/Offshore) in Australien und Neuseeland beteiligt; in 13 Blöcken ist OMV Betriebsführer. OMV Australia fördert derzeit in zwei Feldern, Cooper Basin und Jabiru Challis, täglich durchschnittlich 4.000 boe.

OMV hat die größten Chancen beim INA-Einstieg

Die österreichische OMV dürfte auch die größten Chancen haben , den Zuschlag für den zur Teilprivatisierung anstehende kroatischen Öl- und Gaskonzern INA zu bekommen, schreibt das kroatische "Abendblatt" in seiner Mittwochausgabe. Die OMV sei im Zusammenhang mit dem Kauf der INA-Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie bereit, alle Regierungswünsche zu erfüllen, sowohl was die Investitionen als auch die sozialen Aspekte betreffe, heißt es. Weiters sei die OMV bereit, einen fairen Preis für die Aktien zu bezahlen, so die Zeitung unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Wie berichtet sind nach dem Ausstieg der russischen Lukoil nur mehr drei Bewerber um das Sperrminoritäts-Aktienpaket bei INA übrig geblieben. Neben der OMV sind dies die ungarische MOL und die russische Rosneft. (APA)

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