"Dark Markets": Konferenz über Netzwerkdemokratie in Wien

24. September 2002, 09:10
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Public Netbase organisiert Tagung im Architekturzentrum Wien - 3. und 4. Oktober

Welche kulturpolitische Rolle den Neuen Medien heute zukommt, ist Gegenstand der von Public Netbase organisierten Konferenz "Dark Markets" im Architekturzentrum Wien (Az W) am 3. und 4. Oktober. Internationale Theoretiker aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen überlegen sich dabei "Strategien oppositioneller Bewegungen", wie es in einer Aussendung heißt.

Kritische Webkultur

Im Rahmen der Konferenz werden auch eine Aufsatzsammlung zur kritischen Web-Kultur, "Dark Fiber" von Geert Lovink, das multimediale Projekt "Was tun" von Florian Schneider und das Video "This is what Democracy looks like!" von Oliver Ressler präsentiert.

Globalisierung und aktuelle Krisen

Phänomene der Globalisierung und die aktuellen Krisen der Weltpolitik wie Aids, Arbeitslosigkeit, Armut, der Boom rechtspopulärer Parteien, Umweltschäden sowie der Israel-Palästina-Konflikt stellen die Anknüpfungspunkte der Konferenz dar. Diskutiert wird über Fragestellungen wie "Kann das Internet noch als digitaler öffentlicher Raum genutzt werden, oder hat die gegenwärtige Krise bereits eine Metamedienebene erreicht, jenseits von Propaganda und spiegelbildlichen Gegenkampagnen?" Oder "hat das Internet noch sein ursprüngliches Potenzial, eine 'Netzwerkdemokratie von unten' zu fördern"? "Sind die Neuen Medien bereits durch den Einfluss des Staates und großer Unternehmen kompromittiert?

Medienpolitik und Informationstechnologien

Der aktuelle Stand der Theoriebildung zu Demokratie, Medienpolitik und Informationstechnologien ist Thema der Referate der IT-Kritikerin Paulina Borsook, des Gesellschaftstheoretikers Franco Bifo, des Historikers Christoph Spehr, der Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe, des Medientheoretikers Geert Lovink, der Kulturwissenschaftlerin Soenke Zehle, der Philosophen Arianna Bove und Erik Empson und des Kunstkritikers Oleg Kireev. Die Konferenz findet in englischer Sprache statt.

Paulina Borsook etwa wird über "Byzantium 550 AD: What might we see as a New Dark Ages dawns?" sprechen, Oleg Kireev über "Russian Cultural Situation in the Age of Chechen War". Chantal Mouffe fragt "Which Democracy in a Post-Political Age?", Die Philosophen Bove und Empson machen sich Gedanken über "The Dark Side of the Multitude".

Die Referate werden durch Videopräsentationen ergänzt: Oliver Resslers Film "This is what democracy looks like!" thematisiert die Demonstration der Globalisierungsgegner beim vorjährigen Weltwirtschaftsforum in Salzburg. Das multimediale Projekt "Was tun" von Florian Schneider hatte seinen Ursprung in einem Programmschwerpunkt des Kulturkanals Arte und zeigt Aspekte der Globalisierungskritik.(APA)

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