Die politische Landschaft in Deutschland nach der Bundestagswahl

24. September 2002, 08:36
posten

Die Ergebnisse der Wahl nach Bundesländern

Berlin - Teils sehr unterschiedliches Wahlverhalten in den deutschen Bundesländern hat am Sonntag schließlich doch noch zu einer knappen Mehrheit für die Fortsetzung der rot-grünen Regierung auf Bundesebene geführt. Im Folgenden ein Überblick nach Bundesländern:

BADEN-WÜRTTEMBERG: Die CDU ist der klare Wahlsieger. Nach ihren herben Verlusten bei der Wahl 1998 steigerte sie sich von 37,8 auf auf 42,8 Prozent. Die SPD rutschte von 35,6 auf 33,5 Prozent. Die Liberalen sackten in ihrem Stammland 8,8 Prozent auf 7,8 Prozent. Die Grünen verbesserten sich von 9,2 auf 11,4 Prozent.

BAYERN: Die CSU legte zweistellig zu und erzielte mit 58,6 Prozent ihr drittbestes Ergebnis. Nur 1976 und 1983 lag sie noch besser. Die CSU liegt damit auch im bundesweiten Gesamt- Ergebnis mit 9,0 Prozent noch vor den Grünen mit deren 8,6 Prozent. Die bayerische SPD sackte um 8,3 Prozent auf 26,1 Prozent, ihr schlechtestes Ergebnis seit 1953. Die Grünen verbesserten sich um 1,7 Punkte auf 7,6 Prozent, die FDP verlor 0,6 Punkte auf 4,5 Prozent.

BRANDENBURG: Beide Landtags-Koalitionspartner SPD und CDU legten zu. Die SPD gewann 3,5 Punkte und wurde mit 46,35 Prozent erneut stärkste Partei. Die CDU steigerte sich um 1,5 Punkte auf 22,3 Prozent. Die PDS lag mit 17,2 Prozent um 3,1 Punkte hinter dem Ergebnis von 1998.

BERLIN: Acht Monate nach seinem Start hat der rot-rote Senat an Wählergunst eingebüßt. Die Stimmenverluste gingen vor allem auf das Konto der PDS, die zwei Punkte verlor und in ihrer ihrer bisherigen Hochburg erstmals nicht drei Direktmandate erringen konnte. Die SPD blieb verlor 1,2 Punkte auf 36,6 Prozent. Im Ostteil der Stadt verdrängte sie die PDS von Platz 1. Die oppositionellen Grünen legten um 3,3 Punkte zu auf 14,6 Prozent und gewannen ihr bundesweit erstes Direktmandat. CDU und FDP gewannen 2,2 und 1,7 Punkte dazu.

BREMEN: In der traditionellen SPD-Hochburg erlitt die Partei leichte Verluste, kamen aber dennoch auf 48,6 Prozent. Die CDU errang 24,5 Prozent. Die Grünen überraschten mit 15 Prozent. Die FDP verbesserte sich leicht auf 6,7 Prozent, die PDS stagnierte bei 2,3 Prozent.

HAMBURG: Ein Jahr nach ihrem Machtverlust in der Stadt wurde Rot-Grün mit Abstand stärkste politische Kraft. Der Grünen-Landesverband GAL war der große Sieger des Wahlabends. Er legte 5,4 Punkte zu auf das Rekord-Ergebnis von 16,2 Prozent. Die SPD verlor 3,7 Punkte auf 42,0 Prozent, gewann aber alle sechs Wahlkreise souverän. Dagegen büßte die CDU gegen den Bundestrend 1,9 Punkte ein auf 28,1 Prozent. Die mitregierende Schill-Partei kam auf 4,2 Prozent. Die FDP als kleinster Regierungspartner legte 0,3 Punkte zu auf 6,8 Prozent.

HESSEN: Im CDU/FDP-regierten Hessen legten CDU, Grüne und FDP zu. Die SPD verlor Stimmen, aber weniger als im Bundesschnitt, und die Partei blieb stärkste Kraft. Die CDU gewann 2,4 Punkte auf 37,1 Prozent. Die SPD büßte 1,9 Punkte ein auf 39,7 Prozent. Die Grünen legten 2,5 Punkte zu auf 10,7 Prozent, die FDP 0,3 Punkte auf 8,2 Prozent.

MECKLENBURG-VORPOMMERN: Die SPD steigerte sich um 7,4 Punkte auf 42,7 Prozent und wurde erneut stärkste Kraft. Die CDU gewann 1 Punkt auf 30,3 Prozent. Die PDS verlor mehr als 7 Punkte auf 16,3 Prozent. Die Liberalen verdoppelten ihr Ergebnis auf 5,4 Prozent. Die Grünen landeten mit minimalen Zugewinnen abgeschlagen bei 3,3 Prozent.

NIEDERSACHSEN: Das Heimatland von Kanzler Gerhard Schröder ist das einzige Bundesland mit einer SPD-Alleinregierung. Die SPD blieb trotz leichter Verluste mit 47,8 Prozent klar stärkste Partei. Die CDU kam auf 34,5 Prozent. Die Grünen erzielten 7,3 und die FDP 7,1 Prozent.

NORDRHEIN-WESTFALEN: Die SPD behauptete trotz deutlicher Verluste die herausragende Position in ihrem Stammland. Sie verlor 3,9 Punkte auf 43,0 Prozent. Die CDU verbesserte sich um 1,3 Punkte auf 35,1 Prozent. Die FDP verteidigte mit einem Plus von 2 Punkten auf 9,3 Prozent ihren dritten Platz. Die Grünen steigerten sich um 2 Punkte auf 8,9 Prozent. Trotz der mutmaßlichen Korruptionsskandale in Köln und Wuppertal blieb die SPD in beiden Städten stärkste Kraft. Auch das Ruhrgebiet war trotz Einbußen erneut fest in SPD-Hand.

RHEINLAND-PFALZ: Die CDU legte 1,1 Punkte zu auf 40,2 Prozent und löste die SPD als stärkste Kraft ab. Die SPD büßte 3,1 Punkte ein auf 38,2 Prozent. Die FDP legte 2,2 Punkte zu auf 9,3 Prozent. Die Grünen verbesserten sich um mit 1,8 Punkte auf 7,9 Prozent.

SAARLAND: In dem CDU-regierten Bundesland blieb die SPD trotz eines Minus von 6,4 Punkten auf 46 Prozent stärkste Partei. Die CDU gewann 3,2 Punkte auf 35 Prozent. Die Grünen gewannen 2,1 Punkte auf 7,6 Prozent. Die FDP verbesserte sich um 0,4 Punkte auf 1,4 Prozent.

SACHSEN: Die CDU wurde mit einem Plus von 0,9 Punkten auf 33,6 Prozent knapp stärkste Partei und erzielte das beste Ergebnis der Union in Ostdeutschland. Die SPD landete mit einem Plus von 4,2 Punkten auf 33,3 Prozent hauchdünn hinter der Union. Die PDS verlor 3,8 Punkte auf 16,2 Prozent. Die FDP steigerte sich um 3,6 Punkte auf 7,3 Prozent. Die Grünen gewannen 0,2 Punkte auf 4,6 Prozent.

SACHSEN-ANHALT: Klarer Sieger ist die SPD mit einem Zugewinn von 5,1 Punkten auf 43,2 Prozent. Die CDU steigert sich um 1,9 Punkte auf 29,1 Prozent, die FDP um 3,5 Punkte auf 7,6 Prozent. Die Grünen legten 0,1 Punkte zu auf 3,4 Prozent. Die PDS stürzte um 6,3 Punkte auf 14,4 Prozent. Bei der Landtagswahl im April war die SPD mit nur 20 Prozent abgewählt worden. Seither regieren CDU und FDP.

SCHLESWIG-HOLSTEIN: Die SPD behauptete sich trotz eines Minus von 2,5 Punkten auf 42,9 Prozent als stärkste Partei. Die CDU stieg um 0,3 Punkte auf 36,0 Prozent. Die Grünen gewannen 2,9 Punkte auf 9,4 Prozent. Die FDP verbesserte sich um 0,4 Punkte auf 8,0 Prozent.

THÜRINGEN: Die SPD wurde mit einem Zugewinn um 5,4 Punkte auf 39,9 Prozent erneut stärkste Kraft. Die CDU verbesserte sich um 0,5 Punkte auf 29,4 Prozent. CDU-Ministerpräsident Bernhard Vogel hatte auf Platz eins gehofft. Die PDS brach von 21 auf 17 Prozent ein. (APA/dpa)

Share if you care.