ÖGB-Frauen fühlen sich in ihrem Kampf um Mindestlohn bestätigt

24. September 2002, 13:02
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FPÖ solle aber statt nur zu reden, ihre "bekannt guten Beziehungen zur Wirtschaft nutzen"

Wien - "Einen Mindestlohn von 1.000 Euro für alle fordern der ÖGB und die Gewerkschaften schon lange - und wir setzen im Unterschied zur FPÖ auch Taten, damit dieses Anliegen verwirklicht wird", ließ ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Renate Csörgits mittels Presseaussendung am Montag wissen. Und reagierte damit auf die gemeinsame Forderungen des Infrastruktur-Ministers und FPÖ-Spitzenkandidaten Mathias Reichhold mit der oberösterreichischen Soziallandesrätin Ursula Haubner nach einem Mindestlohn von 1.000 Euro.

Gute Beziehungen zur Wirtschaft nutzen

Für die Umsetzung eines Mindestlohns von 1.000 Euro bräuchten die Gewerkschaften ihrer Einschätzung nach in den Kollektivvertragsverhandlungen die Zustimmung der ArbeitgeberInnenseite - und die sei in manchen Bereichen nicht vorhanden, sagte Csörgits. Sie forderte die FPÖ dazu auf, "ihre bekannt guten Beziehungen zur Wirtschaft zu nützen", um die Problembranchen zu einem Mindestlohn von 1.000 Euro zu bewegen.

ZeitarbeiterInnen - Kollektivvertrag als Erfolg der Gewerkschaft

Ebenso betonte Csörgits, dass die seit Anfang März 2002 in Kraft getretenen Kollektivverträge, die für alle ZeitarbeiterInnen, auch für ungelernte, eine Entlohnung von mehr als 1.000 Euro vorsieht, ein Verdienst der Gewerkschaft seien. In der österreichischen Hotellerie gebe es für die Beschäftigten der Austria Trend Hotels Ressorts, die in der Branche eine Vorreiter-Rolle einnehme, seit 1. Juni 2002 einen Mindestlohn von 1.000 Euro.

Ab 2003 werden dann alle Beschäftigten im Hotel und Gastgewerbe einen Mindestlohn von 1.000 Euro erhalten - dank des von der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst ausgehandelten Kollektivvertrags. Und auch die Beschäftigten in den Privatkrankenanstalten erhalten seit Jänner des Jahres einen Mindestlohn von 1.000 Euro. "Nicht, weil sich die FPÖ für sie stark gemacht hätte, sondern aufgrund des Engagements der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr", so Csörgits abschließend.

(red)

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