Erbgut von Mensch und Schimpanse: Nur zu 95 Prozent identisch?

28. September 2002, 11:33
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Neue Messmethode zeigt: 1,4 Prozent der DNA-Basenpaare von Schimpansen sind bei Menschen durch andere Basen ersetzt

New York - Das Erbgut von Mensch und Schimpanse weicht doch stärker von einander ab, als bislang angenommen. Demnach teilen Schimpansen "nur" 95 Prozent ihrer DNA-Bausteine mit dem Homo sapiens. Dagegen waren DNA-Analysen der vergangenen Jahrzehnte zu 98,5 Prozent Übereinstimmung beider Genome gekommen.

Der Unterschied ergibt sich aus einer neuen Messmethode. Sie erfasst nicht nur die ersetzten DNA-Bausteine, sondern auch den Einschub und die Auslassung einzelner Buchstaben in den Erbgut-Sequenzen, berichtet US-Forscher Roy Britten vom California Institute of Technology (Caltech) in den "Proceedings of the National Acadamy Sciences" vom Dienstag.

Britten analysierte je 735.000 DNA-Basenpaare von Menschen und Schimpansen und bestätigte, dass rund 1,4 Prozent der Basenpaare von einer anderen Base ersetzt sind. Danach begutachtete er die Einschübe (Insertion) und Verluste (Deletion) einzelner oder mehrerer Basenpaare in den langen DNA-Sequenzen. Aus ihrer Zählung ergab sich der größere Unterschied zwischen dem Menschen und dem Menschenaffen, schreibt der Autor in den PNAS. Dennoch scheine es, "jetzt fast sicher, dass der Schimpanse oder der (Zwergschimpanse) Bonobo unser nächster Verwandte ist", heißt es in dem Artikel. (APA)

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