Antirheumatika verringern Alzheimer-Risiko

30. September 2002, 11:12
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Der Einnahme von "Aspirin & Co." wird eine Schutzrate von 55 Prozent nachgesagt

St. Paul/Washington - Wer als betagter Mensch regelmäßig antirheumatisch wirkende Medikamente wie Aspirin etc. einnimmt, dürfte von einer Schutzwirkung gegen den Ausbruch der Alzheimer Demenz von rund 55 Prozent profitieren. Das geht aus einer neuen Untersuchung hervor, die in der aktuellen Ausgabe der US-Fachzeitschrift "Neurology" veröffentlicht wird.

"Unsere Resultate deuten drauf hin, dass die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAID; Aspirin, Naproxen etc., Anm.) das Risiko für einen Morbus Alzheimer reduzieren. Die Voraussetzung ist allerdings, dass man sie einnimmt, bevor die Demenz auftritt", erklärte Dr. John Breitner vom Puget Sound Health Care System in Seattle (US-Bundesstaat Washington) zu der wissenschaftlichen Arbeit, die er und seine Co-Autoren durchgeführt haben.

Datenanalyse

Die Wissenschafter analysierten die Daten von 5.092 älteren Menschen aus dem Cache County im US-Bundesstaat Utah. Dabei wurden die Informationen über den Arzneimittelgebrauch und das Auftreten von Morbus Alzheimer ausgewertet. Nach drei Jahren waren noch 3.227 dieser Personen am Leben. Bei 104 von ihnen war eine Alzheimer-Demenz diagnostiziert worden.

Das Hauptresultat: Jene Personen, die bereits vor bzw. längere Zeit vor Beginn der Studie mit der Einnahme der Antirheumatika begonnen hatten, erkrankten weniger häufig an Morbus Alzheimer als jene Personen, die das nicht getan hatten. Nahmen die Betroffenen solche Medikamente jedoch länger als zwei Jahre vor Anfang der wissenschaftlichen Untersuchung ein, hatten sie im Vergleich zu den Menschen, die das nicht getan hatten, nur ein um 55 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko. (APA)

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