AUA fordert verlängerte Staatshaftungen für Airlines

25. September 2002, 14:11
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Noch immer kein adäquater Schutz für Fluglinien"

Wien - Die börsenotierte heimische Austrian Airlines-Gruppe fordert eine neuerliche Verlängerung der staatlichen Haftungsgarantien für Versicherungsrisiken durch Terror und Krieg. Die EU-Kommission hat am Dienstag ein Auslaufen dieser Haftungsgarantien per Ende Oktober angekündigt. Die AUA ist dagegen: "Es gibt noch immer keinen adäquaten Schutz auf dem freien Versicherungsmarkt", sagte AUA-Sprecher Johannes Davoras am Mittwoch.

Die Situation am Versicherungsmarkt habe sich noch immer nicht normalisiert, argumentiert die AUA: Noch immer könnten Versicherung ihre Deckung innerhalb von sieben Tagen kündigen. Die AUA wünscht sich zumindest eine weitere Übernahme der staatlichen Haftungsgarantien bis zum Jahresende, bis dahin hat die Republik Österreich bereits prinzipiell den rechtlichen Rahmen geschaffen.

Versicherungsaufwand vervierfacht

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sind die Kosten für Fluglinien deutlich gestiegen, weil die Versicherungen ihre Prämien für diese Risiken massiv erhöht haben. Ohne staatliche Haftungen hätten zahlreiche Fluglinien danach nicht mehr fliegen können. Für die AUA-Gruppe hat sich der Versicherungsaufwand seit den Anschlägen vervierfacht. Im laufenden Jahr dürften aus diesem Titel Kosten von rund 30 Mill. Euro anfallen.

Benachteiligung gegenüber US-Airlines befürchtet

Die AUA-Gruppe - aus den Fluglinien AUA, Lauda Air, Tyrolean Airways und Rheintalflug - fordert faire Bedingungen und keine Benachteiligung gegenüber anderen europäischen oder US-amerikanischen Airlines. Es gebe Signale, dass auch die US-Fluglinien weiter staatliche Unterstützung erhielten, sagte Davoras.

Fondsmodell

Sehr wohl erwärmen könnte sich die AUA für ein vorgeschlagenes Fondsmodell, aus dem die Haftungen finanziert werden könnten. Zunächst müsse dieser Fonds jedoch von den Staaten finanziert werden, bis die Airlines nach zwei oder drei Jahren die Speisung des Fonds übernehmen könnten. (APA)

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