Cybertron "braucht jetzt Zeit und Ruhe"

24. September 2002, 18:26
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Gläubiger akzeptieren Barquote im Ausgleich

Wien - Die insolvente Wiener IT-Firma Cybertron "braucht jetzt Zeit und Ruhe", und die habe er ihr als Ausgleichsverwalter jetzt gegeben, sagt Insolvenzprofi Peter Schulyok im STANDARD-Gespräch nach der Ausgleichstagsatzung am Dienstag. Die 460 Gläubiger haben das Ausgleichsanbot - 40-Prozent-Quote mit einer siebenprozentigen Teil-Barquote - mit großer Mehrheit angenommen, gerettet ist der ehemalige Börsenstar damit aber noch nicht.

Anschlusskonkurs droht weiterhin

Es droht weiterhin der Anschlusskonkurs: Cybertron wird inklusive aller Formalfristen zehn bis zwölf Wochen Zeit haben, die Barquote beim Ausgleichsverwalter zu hinterlegen. Schulyok ist aber optimistisch. "Die Rückstehungsverhandlungen mit Großgläubigern laufen aus meiner Sicht nicht schlecht", so der Anwalt. Knackpunkt sind vor allem die Gespräche mit der Telekom Austria.

Laut KSV-Experte Christian Vavrik wurden 86,3 Mio. Euro als Forderungen angemeldet - anerkannt seien davon bisher 16,2 Mio. Euro. Cybertron-Anwalt Karl Engelhardt will die Forderungen auf 30 bis 35 Mio. Euro herunterbringen.

Nicht viel übrig

Von Cybertron ist seit Insolvenzeröffnung Ende Juni nicht viel übrig geblieben. Von 107 Mitarbeitern sind nur mehr zehn Leute - ohne Vorstand - übrig. Das finanzielle Potenzial von Cybertron zur Schuldentilgung - unter anderem aus Provisionen des auf kleine Flamme gestellten Geschäfts - liegt laut Schulyok bei 9,6 Mio. Euro. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 25.9.2002)

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