Rumsfeld: Noch keine Entscheidung über Vorgehen gegen Irak

23. September 2002, 16:26
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Verteidigungsminister: "Unpassend", von Alleingang der USA zu sprechen

Warschau/Ottawa/Riad - US-Präsident George W. Bush hat nach den Worten des amerikanischen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld noch keine Entscheidung über eine Militärintervention gegen den Irak getroffen. Das unterstrich Rumsfeld einen Tag vor einem informellen Treffens der NATO-Verteidigungsminister am Montag in Warschau.

Nach Angaben des kanadischen Außenministers Bill Graham soll ein US-Angriff auf den Irak im kommenden Februar beginnen, wenn es bis dahin keine völlig unbehinderten UN-Waffenkontrollen gibt. Der "amerikanische Spielplan" sehe eine Invasion nach dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan vor, sagte Graham nach Angaben der Zeitung "Globe and Mail" (Montagausgabe) in einem Interview. Der Ramadan endet in diesem Jahr Anfang Dezember.

Saudiarabien gegen Alleingang

Saudiarabien lehnt einen amerikanischen Alleingang für einen gewaltsamen Sturz von Saddam Hussein ab. Das erklärten Regierungskreise in Riad nach einem Treffen des US-Oberbefehlshabers für die arabische Welt, General Tommy Franks, mit Kronprinz Abdullah Ibn Abdelaziz am Sonntagabend.

Rumsfeld nannte es "unpassend", von einem einseitigen Vorgehen der USA gegen den Irak zu sprechen. Viele Staaten hätten während der Bush-Rede vor den Vereinten Nationen die Forderung des US-Präsidenten nach einer Vernichtung irakischer Massenvernichtungswaffen unterstützt, sagte Rumsfeld nach Gesprächen mit dem polnischen Staatspräsidenten Aleksander Kwasniewski, Regierungschef Leszek Miller sowie Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski in Warschau. (APA/dpa)

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