Ozonloch fällt heuer kleiner aus

23. September 2002, 15:44
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Dänischer Forscher sehen keinen Zusammenhang mit Rückgang von Schadstoff-Emissionen

Paris - Das Ozonloch über der Antarktis fällt 2002 kleiner aus als in den vergangenen Jahren. Das Loch in der Ozonschicht werde heuer zudem früher verschwinden als üblich, teilte die europäische Raumfahrtagentur ESA am Montag unter Berufung auf dänische Wissenschafter mit. Die Ozonschicht über der Antarktis werde sich voraussichtlich bereits Ende der Woche erholt haben. "Das ist außergewöhnlich früh, rund zwei Monate eher als normal", sagte Klimaforscher Henk Eskes vom Königlichen Institut für Meteorologie in Dänemark.

Normalerweise wird die Ozonschicht im August oder September dünner und schließt sich bis November oder Dezember wieder. "Auch die Tiefe des Ozonlochs ist dieses Jahr ungewöhnlich klein, etwa die Hälfte der Tiefe von 2001", sagte Eskes. Nach Angaben der dänischen Wissenschafter ist die Abnahme des Ozonlochs in diesem Jahr jedoch nicht auf den langsamen Rückgang der schädlichen Emissionen zurückzuführen. Vielmehr habe die Größe des Ozonlochs mit den Strömungen in der Atmosphäre zu tun, die von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen.

Wenn von einem "Ozonloch" die Rede ist, ist das dünner Werden der Schicht der Ozonmoleküle in der Stratosphäre gemeint. Diese filtern die gefährlichen UV-Strahlen, die unter anderem Hautkrebs verursachen können. Die Ozonschicht wird durch Treibhausgase wie Kohlendioxid und Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) zerstört. (APA)

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