Haberler: FPÖ war nicht "in richtige Richtung zu drehen"

24. September 2002, 12:37
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Begründung für Austritt aus Partei - Nichts mit gerichtlichen Vorerhebungen wegen Vaterschaftstest zu tun

St. Pölten/Wiener Neustadt - Es sei "nicht gelungen, die Partei in die richtige Richtung zu drehen". Mit diesen Worten begründete Wolfgang Haberler, stellvertretender Landesobmann der NÖ Freiheitlichen, am Dienstag seinen am Vortag bekannt gegebenen Austritt aus der Partei. Er bestätigte, dass er sein Mandat im NÖ Landtag in den kommenden Tagen zurücklegen werde.

Haberler erinnerte an Wahlversprechen aus dem Jahr 1999, die 2000 auch im Regierungsprogramm festgeschrieben worden seien. In der Legislaturperiode umgesetzt worden seien sie jedoch nicht. Beispiele: Steuerreform oder Zuwanderung. "In meinem Wahlkreis bin ich schon gefragt worden, wie lange ich das noch mitmache", so Haberler. Ihm gehe es um "Politik, die nachvollziehbar ist". Man müsse "Wort halten". Die Erwartungen, die Wähler in die FPÖ gesetzt hätten, seien nicht erfüllt worden.

Haberler wird nach eigenen Angaben in die Privatwirtschaft gehen, jedoch Stadtrat in Wiener Neustadt bleiben und eine Bürgerliste gründen, zu der auch alle drei (rpt. drei) bisherigen FPÖ-Gemeinderäte übertreten werden. Das hat zur Folge, dass die Freiheitlichen nunmehr in den zwei größten Städten Niederösterreichs nicht mehr in den Gemeindestuben vertreten sind. In St. Pölten war die auf drei Mandate geschrumpfte Fraktion nach der Wahl vor knapp einem Jahr ausgetreten und agiert seither als LFS (Liste Für St. Pölten).

Er sei "in freundschaftlicher Weise" aus der Landespartei geschieden, sagte Haberler am Dienstag. Sein Schritt habe "nicht im Entferntesten" mit gegen ihn laufenden gerichtlichen Vorerhebungen zu tun. Der knapp 38-Jährige steht im Verdacht, sich bei einem Vaterschaftstest im März 2001 "vertreten" lassen zu haben. (APA)

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