Gesunde Schulen machen glücklichere Kinder

23. September 2002, 15:38
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WHO, EU und Europarat machen gegen Rauchen, Alkohol und Übergewicht mobil

Brüssel - Die Erziehung zum richtigen Gesundheitsbewusstsein beginnt in der Schule. Seit 1992 führen die Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europarat und die EU-Kommission gemeinsam das Projekt "Europäisches Netzwerk der gesundheitsfördernden Schulen" durch. Dabei geht es nicht um den Gesundheitsunterricht, sondern darum, in den teilnehmenden Schulen ein gesundes Umfeld zu schaffen. Die Bedeutung der Schulen könne man gar nicht überschätzen, meinte Vivian Barnakow Rasmussen von der WHO am Montag in Brüssel: "In der Schule erreichen wir 90 bis 100 Prozent der Bevölkerung im Alter von sechs bis 14 Jahren."

In dem Programm, an dem mittlerweile 41 europäische Länder teilnehmen, werden Schulen Angebote gemacht, wie sie mit Hilfe der internationalen Organisationen dazu beitragen können, die Gesundheitssituation zu verbessern. Dabei geht man von einem sehr weiten Gesundheitsbegriff aus: "Es umfasst grundsätzlich alles, was zum Wohlbefinden gehört", erklärte Barnakow Rasmussen. Ziel des Programms sei es, dass Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam an der Behebung von Beeinträchtigungen arbeiten: "Das kann auch nur so etwas Simples wie ein angenehm gestalteter Jausenraum sein."

Gegen Rauchen, Alkohol und Übergewicht

Obwohl es auf Grund der lokalen Verbreitung des Projekts kaum möglich sei, allgemeine Probleme der Gesundheitsfürsorge und -bildung von Kindern und Jugendlichen zu definieren, stehen drei Hauptthemen "überall in Europa, egal wo wir uns befinden" im Vordergrund: Rauchen, Alkohol und Übergewicht. In einer mehrjährigen Studie ("Gesundheit und Gesundheitsverhalten von jungen Menschen"), für die mehr als 120.000 Schüler in 28 europäischen Länder befragt wurden, wurde ermittelt, dass die schulische Zufriedenheit einen bedeutenden Einfluss auf das Suchtverhalten von Kindern hat.

So kann der Besuch der richtigen Schule - zugespitzt formuliert - vor späterer Drogensucht bewahren. Die österreichische Koordinatorin des Netzwerks, Beatrix Haller vom Unterrichtsministerium, weist nämlich noch auf einen weiteren Aspekt hin: "Durch das Programm der Zusammenarbeit betreiben wir auch Persönlichkeitsstärkung und Selbstentwicklung. Das ist der primäre Pfeiler der Suchtprävention." Dass in Österreich bisher erst etwa 130 Schulen an der Initiative mitmachen, führt Haller auch auf fehlende Strukturen zurück. In Großbritannien sind hingegen nach Angaben von Barnakow Rasmussen 75 Prozent aller Grundschulen in das Programm integriert.

Zur Evaluation der bisherigen Arbeit findet von Mittwoch bis Freitag im niederländischen Egmond aan Zee eine Konferenz statt, zu der rund 400 Teilnehmer erwartet werden. Insgesamt umfasst das Netzwerk nach Angaben der WHO bereits 5.000 Schulen mit rund 400.000 Schülern in 41 Ländern. Beabsichtigt ist auf der Konferenz die Verabschiedung einer "Erklärung von Egmond", mit der die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung auch im Bereich Schule und Entwicklung unterstrichen werden soll. (APA)

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