Rechtsextreme: U-Haft über zwei Wiener Waffensammler verlängert

23. September 2002, 15:35
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Ein Dritter wurde am Montagnachmittag enthaftet

Wien - Seit sechs Wochen sitzen drei dem rechtsgerichteten Lager angehörende Männer im Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus unter anderem wegen des Verdachts staatsfeindlicher Verbindungen in U-Haft, nachdem die Einsatzgruppe zur Bekämpfung des Terrorismus (ETB) bei mehreren Hausdurchsuchungen 120 Schusswaffen und über 50.000 Schuss Munition sichergestellt hatte. Während am Montagnachmittag bei der Haftprüfung über zwei von ihnen die U-Haft verlängert wurde, wurde der Dritte, ein Elektronikspezialist, enthaftet.

Der "Waffenfund" umfasste 42 Langwaffen, elf vollautomatische Schusswaffen, vier Maschinenpistolen, Faustfeuerwaffen, Pumpguns und jede Menge verbotene Munition, darunter Pfeilmunition, die schusssichere Polizeiwesten durchschlägt. Daneben stießen die Ermittler auf Unterlagen, in denen Szenarien für einen "Bürgerkrieg" entworfen werden.

Die drei Männer, die gelten als Freunde des im vergangenen Juni an einem Darmdurchbruch verstorbenen ehemaligen ANR-Aktivisten Georg G. In dessen Wohnung fand die Polizei nicht nur zahlreiche NS-Devotionalien, unter anderem eine SS-Uniform, sondern auch eine Mitgliedsurkunde des Ku Klux-Clan.

Der Staatsanwalt prüft nicht nur, ob das Trio an einer Verbindung beteiligt war, "deren wenn auch nicht ausschließlicher Zweck es ist, auf gesetzwidrige Weise die Unabhängigkeit, die in der Verfassung fest gelegte Staatsform oder eine verfassungsmäßige Einrichtung der Republik Österreich zu erschüttern" (Par. 246 Strafgesetzbuch). Ermittelt wird auch in Richtung Par. 3 Verbotsgesetz und Ansammeln von Kampfmitteln. (APA)

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    Rechtsextremismus: Zwei der drei Verhafteten bleiben weiter in U-Haft

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