Türkei bietet Vermittlung im Ramallah-Konflikt an

23. September 2002, 15:16
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Frankreich kritisiert Belagerung als "inakzeptabel"

Paris/Ankara - Frankreich hat die Belagerung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat durch israelische Truppen als inakzeptabel zurückgewiesen. Auch nachdem die Zerstörung der Außengebäude beendet sei, dauere die "inakzeptable Belagerung" an, sagte der Pariser Außenamtssprecher Francois Rivasseau am Montag. Die Belagerten seien jeglichen Kontaktes mit der Außenwelt beraubt und befänden sich "in einer prekären und demütigenden Lage", kritisierte Rivasseau. Er verwies darauf, dass auch dem EU-Nahostbeauftragten Miguel Angel Moratinos ein Treffen mit Arafat verboten worden sei.

Nach Angaben des französischen Außenamtssprechers protestierte Paris während des Wochenendes mehrfach gegen das israelische Vorgehen in Ramallah. Die französischen Behörden hätten dazu mit Arafat, den Außenministern Israels, Ägyptens und der USA sowie den europäischen Partnern gesprochen. Die Schwere der Lage rechtfertige die dazu für Montag einberufene Sitzung des UNO-Sicherheitsrates, sagte Rivasseau. Das Gremium solle "in angemessener Weise" zu den Ereignissen der vergangenen Woche Stellung nehmen. "Alle UNO-Resolutionen müssen angewandt werden", betonte er.

Der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit hat sich unterdessen als Vermittler zwischen Israelis und Palästinensern angeboten. Nach einem Telefongespräch mit dem belagerten Arafat sagte Ecevit am Montag vor Journalisten in Ankara: "Falls nötig, sind wir bereit, Vermittlerdienste zu übernehmen." Dabei verwies er auf die "sehr guten Beziehungen", die die Türkei zu Israel und den Palästinensern unterhalte. Ecevit kündigte an, er werde US-Präsident George W. Bush einen Brief schreiben und ihn darum bitten, sich "der Lage aus der Nähe anzunehmen".

Die Türkei hatte sich bereits bei der ersten Belagerung Arafats vor einem halben Jahr als Vermittler angeboten. Das Angebot war jedoch ohne Resonanz geblieben. (APA/dpa)

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