Von Österreicher betriebene Holocaust leugnende Homepage wieder aktiv

23. September 2002, 15:11
1 Posting

Ermittlungen gegen Frank S. wegen Verbotsgesetz - Kontakte zu US-Neonazi Gary Lauck

Wien - Nach mehreren Monaten Abwesenheit ist die Holocaust leugnende Internet-Homepage "Ostara" seit Ende August wieder im Netz präsent. Mitarbeiter ist laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes nach wie vor der Österreicher Frank S., der nun einen neuen Provider gefunden hat. Laut einer Domainauskunft handle es sich dabei um Gerhard (Gary) Lauck, den US-Neonazi und Betreiber der Organisation NSDAP/AO.

Lauck war in Deutschland Mitte der neunziger Jahre vom Landgericht Hamburg wegen Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhass und Verwendung von Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Grund dafür waren seine Sendungen von Propagandamaterial an deutsche Gesinnungsfreunde.

Auch nach Österreich gab es laut DÖW immer wieder Kontakte. So war der ehemalige Führer der verbotenen neonazistischen Volkstreuen Außerparlamentarischen Opposition, Gottfried K., der Homepage des DÖW zufolge ab 1977 Mitglied der NSDAP/AO.

Verwunderlich erscheint die Internet-Aktivität von Frank S. angesichts dessen, dass er in Zusammenhang mit drei Verhaftungen im Sommer des Jahres ins Visier der Justiz geriet. Dabei handelt es sich um die so genannte SS-Kampfgemeinschaft Prinz Eugen, der die Polizei mit einer Razzia und der Aushebung eines umfangreichen Waffenlagers ein Ende bereitete. Die Polizei fand neben dem Kriegsmaterial auch NS-Propagandamittel. Insider berichten von Verbindungen von Frank S. vor allem zu Georg G., dem verstorbenen mutmaßlichen Initiator der SS-Kampfgemeinschaft.

Laut DÖW nahm Frank S. sehr bald zu den Verhaftungen Stellung. Kurz nach dem Auffliegen der Kampfgemeinschaft ging über die Mailing-Liste der Ostara eine Nachricht. Dabei hieß es unter anderem: "Ständige Hausdurchsuchungen und Verhaftungen machen uns das Leben und die Arbeit schwer."

Auch auf der Ostara-Homepage gibt es eine aktuelle Bezugnahme zu dem Fall: "Die gegenwaertige (August 2002) oesterreichischer Hasenjagd links-juedischer Kreise und terroristischer Organisationen (wie z.B. DOEW) gemeinsam mit einigen, vorwiegend in juedischer Hand befindlichen Medien in Oesterreich (Standard, Kurier, Presse, Profil, Format, News usw usw) auf angebliche 'Rechtsextremisten' und 'Staatsfeinde' wird noch immer mit ungewoehnlicher Intensitaet weitergefuehrt. Die Verhaftung einiger harmloser Waffennarren befriedigt das Rachebeduerfnis unserer biblischen Erzfeinde Freunde an der US-Ostkueste und ihre gekauften Vasallen in OEsterreich in keiner Weise", heißt es wörtlich.

Nach dem Verbotsgesetz läuft bereits seit einigen Jahren ein Strafverfahren gegen Frank S. selbst. Hauptgrund ist die Propagierung der Auschwitz-Lüge. Jüngstes Beispiel ist der "Spruch der Woche" auf der Ostara-Homepage: "Wer an den 6-Millionen Holocaust der Juden und ihre kabbalistischen Gaskammern heute noch glaubt, ist dümmer als Gott erlaubt", heißt es wörtlich. (APA)

Share if you care.