CLC-Aktie wird zum "Penny Stock"

23. September 2002, 19:53
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Camelot-Aktionäre steigen aus - Papier im freien Fall

Linz/Wien - Die Aktie des oberösterreichischen Callcenter-Betreibers CLC - bekannt durch die private Telefonauskunft "11 88 99" - steht kurz vor dem Sprung zum "Penny Stock". Nachdem die Aktie bereits in der Vorwoche rund ein Drittel ihres Werts verloren hatte, brach der Kurs am Montag erneut um mehr als ein Viertel ein. Am Montag verlor das Papier 27,21 Prozent und stürzte auf 0,99 Euro ab.

"Massiv unter Druck"

CLC-Chef Cevdet Caner begründet den Kurseinbruch mit dem Ausstieg deutscher Aktionäre. Im April hatte CLC im Zuge der Übernahme des deutschen Mitbewerbers Camlot 2 Millionen Camelot-Aktien in 500.000 CLC-Aktien getauscht. Diese würden nun verstärkt verkauft, der Kurs gerate dadurch "massiv unter Druck", sagte Carner.

Fundamentale Gründe für den Kurssturz sieht der CLC-Chef nicht. Allein der Geschäftsbereich "11 88 99", der knapp 30 Prozent der CLC-Gruppe ausmache, habe einen Ertragswert von mindestens 15 Mill. Euro. Bei dem derzeitigen Kursniveau von 1 Euro sei die Gesamtgruppe nur mit 8,5 Mill. Euro bewertet, betont Caner. Der derzeitige Kursverfall sei angesichts dessen "kaum gerechtfertigt". Das Preisniveau zum Einstieg sei daher "außerordentlich attraktiv", meint der CLC-Chef. Marktteilnehmer wollten sich zur aktuellen Kursentwicklung nicht äußern.

Verluste im Halbjahr ausgeweitet

Im ersten Halbjahr 2002 hatte CLC deutlich höhere Verluste geschrieben. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank von minus 441.000 Euro im Vorjahr auf minus 4,4 Mill. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) verschlechterte sich von minus 0,8 Mill. Euro auf minus 5,9 Mill. Euro. Die Verschlechterung führte CLC vor allem auf Restrukturierungskosten und Umsatzeinbrüche bei der übernommenen Camelot zurück.

Fürs laufende Geschäftsjahr erwartet Carner, dass die derzeit 505 Mitarbeiter des CLC-Konzerns rund 30 Mill. Euro Umsatz erwirtschaften. Auf Ergebnisprognosen verzichtet Carner zum Halbjahr, man sei "vorsichtig in der Kommunikation" geworden. Ein positives Ergebnis könne unter den gegebenen Marktbedingungen jedoch voraussichtlich nicht erreicht werden. (APA)

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