Julius Meinl stockt Anteil an tschechischer Drogeriekette auf

23. September 2002, 14:00
posten

Investitionen belasten Halbjahresergebnis

Wien - Der in Osteuropa tätige börsenotierte Lebensmitteleinzelhändler, Kaffeeproduzent und Immobilienverwalter Julius Meinl International (JMI), Wien, hat im ersten Halbjahr 2002 einen Betriebsverlust (EBIT) von 1,9 Mill. Euro (Vorjahrs-Semester: minus 1,1 Mill. Euro) eingefahren. Hauptgrund für den vom Management erwarteten Verlustanstieg waren hohe Filialinvestitionen und Restrukturierungskosten im expandierenden tschechischen Handelsgeschäft und rückläufige Entwicklungen in der Kaffee-Division, die mehr Marketingaufwand nötig machten. Die JMI-Gruppe beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter.

Wie JMI am Montag weiter mitteilte, wird die bisherige Beteiligung an der größten tschechischen Drogeriekette "Droxi" von gegenwärtig 9 auf über 40 Prozent aufgestockt. Im Gegenzug werde eine Minderheitsbeteiligung an einer Immobilienholding abgegeben. JMI ist damit größter Aktionär der 1990 von Finaninvestoren gegründeten Kette. JMI-Finanzvorstand Stefan Visy wollte langfristig auch eine Totalübernahme nicht ausschließen. Durch die Zusammenarbeit von Julius Meinl und Droxi könnten "erhebliche Synergien" freigesetzt werden, hieß es. Droxi betreibt derzeit 88 Filialen in Tschechien und 14 Filialen in der Slowakei. Droxi kam 2001 auf einen Jahresumsatz von 43 Mill. Euro.

Der JMI-Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr 2002 um 3 Prozent auf 104,8 Mill. Euro. Im Lebensmitteleinzelhandel betreibt Julius Meinl International in Tschechien und Polen derzeit 109 Filialen. Auf einer Verkaufsfläche von rund 89.000 qm betrug der Einzelhandelsumsatz der Gruppe im Halbjahr 93,7 Mill. Euro, ein Zuwachs um 7 Prozent. Die Kaffeeaktivitäten von JMI konzentrieren sich vor allem auf Italien und die Slowakei. In der Kaffee-Division war der Halbjahresumsatz mit 11,1 Mill. Euro um 2 Prozent rückläufig, der Mengenabsatz stieg jedoch um 2 Prozent.

Allein in die tschechischen Lebensmitteleinzelhandelsfilialen investierte Julius Meinl seit 2001 rund 12 Mill. Euro. Bis Mitte 2002 seien bereits 60 Prozent der Filialen grundlegend renoviert worden, die nach Unternehmensangaben nach dem Umbau durchschnittlich um 10 Prozent mehr umsetzten. "Früchte im Ergebnis" 2003

Die Modernisierung des tschechischen Filialnetzes von Julius Meinl International wird nach Aussagen Visys heuer "viel Geld verschlingen" und damit auch das Jahresergebnis belasten. "Früchte im Ergebnis" stellt JMI erst für 2003 in Aussicht.

Wegen der hohen Filialinvestitionen und Abschreibungen werde es im Gesamtjahr 2002 nicht möglich sein, das Vorjahresergebnis zu verbessern, sagte Visy am Montag. Für heuer rechnet der JMI-Finanzchef - ohne konkrete Zahlen zu nennen - zwar mit einem leichten Umsatzplus, aber unter dem Strich mit einem "leicht abgeschwächten Ergebnis". Im vergangenen Jahr hatte JMI bei einem auf 209,2 Mill. Euro leicht gesunkenen Umsatz einen Fehlbetrag von 5,5 Mill. Euro geschrieben. (APA)

Share if you care.