Letzte Reste eines Kunstanspruchs im ORF eliminiert?

25. September 2002, 20:29
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Diskussion von Kunstschaffenden, Filmschaffenden und deren Interessensvertretungen anlässlich der letzten "kunst-stücke"

Anlässlich der letzten Sendung der kunst-stücke am 26.9. laden Kunstschaffende, Filmschaffende und deren Interessensvertretungen zur Pressekonferenz ein. Sie ziehen Bilanz "über die Ausschaltung der Kunst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen", stellen Forderungen für den Kulturauftrag des ORF auf und präsentieren Gestaltungsvorschläge.

Nach nur einem Jahr habe sich das neue, "angeblich zur Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkauftrags geschaffene ORF-Gesetz als Begründung für die Eliminierung der letzten Reste eines Kunstanspruchs im ORF herausgestellt", bemängeln die Organisatoren der Pressekonferenz. Eine massive Kunsteinsparungspolitik werde beobachtet. Indikatoren dafür seien die "Ausschaltung der Künstlerinnen und Künstler aus den Beratungen", die Rundfunkgesetzreform und die "Ausschaltung der Kunst" im Programm.

Die Organisatoren der Pressekonferenz führen hierzu eine Behauptung der Fernsehkulturchefin Dr. Haide Tenner an, es wäre billiger gewesen, den ZuseherInnen der kunst-stücke eine Videokassette zuzuschicken, als die Sendung weiterhin auszustrahlen. Sie betonen, es läge auf der Hand, dass mit einem solchen Videokassettenversand der im ORF-Gesetz definierte Kulturauftrag nicht erfüllt sein könne.

Die Abschaffung der kunst-stücke, "dem letzten Sendeplatz für innovative Film- und Fernsehformen und für die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst im ORF", wie die Veranstalter es umschreiben, beschäftigt zur Zeit den Bundeskommunikationssenat. Die Rechtsaufsichtsbehörde hat die im Juli eingereichte Beschwerde angenommen, die Rechtmäßigkeit der Absetzung der kunst-stücke wird derzeit geprüft. Die Nachfolgesendung der kunst-stücke werde, so wird vermutet, mit den Inhalten und der innovativen Ausrichtung der kunst-stücke so gut wie nichts mehr zu tun haben.

Die "Arbeitsgruppe kunst-stücke" (Filmschaffende, Kunstschaffende, TheoretikerInnen) hat ein Konzept zum offensiven Re-Launch der kunst-stücke entworfen. Sie beschäftigt sich mit den Fragen, welche Ansprüche eine innovative Sendung für Kunstinteressierte erfüllen muss und wie diese Anforderungen innerhalb des ORF umgesetzt werden können? (kafe)

Die Zukunft des Kulturauftrages und der Kunst im ORF

Do., 26.9., 10 Uhr
Ort:
Generali Foundation
1040 Wien
Wiedner Hauptstraße 15

Teilnehmer:

  • Bady Minck (Filmemacherin)

  • Virgil Widrich (Filmemacher)

  • Gerald Bast (Rektor Universität für Angewandte Kunst)

  • Gabriele Kranzelbinder (Filmproduzentin)

  • Lisl Ponger (Foto-und Filmkünstlerin)

  • Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren)

  • Daniela Koweindl (IG Bildende Kunst)
    • (Zum Vergrößern)Kunst-Stücke Hauszustellung"Gratis-Abo-Aktion" auf Postkarten, gefunden im öffentlichen Raum.Initiative als Reaktion auf Haide Tenners Aussage, es es wäre billiger gewesen, den ZuseherInnen der kunst-stücke eine Videokassette zuzuschicken, als die Sendung weiterhin auszustrahlen.
      foto: postkarte gefunden im öffentlichen raum

      (Zum Vergrößern)

      Kunst-Stücke Hauszustellung

      "Gratis-Abo-Aktion" auf Postkarten, gefunden im öffentlichen Raum.

      Initiative als Reaktion auf Haide Tenners Aussage, es es wäre billiger gewesen, den ZuseherInnen der kunst-stücke eine Videokassette zuzuschicken, als die Sendung weiterhin auszustrahlen.

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