Kartnig hofft weiter auf Daum

23. September 2002, 14:01
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Der Präsident: "Foda weiß, dass er noch zu jung ist" - Sturm-Trainer Foda: "Wenn ein Top-Trainer kommt, rücke ich ins zweite Glied"

Wien - Obwohl sich die Bilanz von Sturms Interimscoach Franco Foda - zwei Siege in zwei Spielen bei einer Tordifferenz von 7:3 - durchaus sehen lassen kann, ist für Präsident Hannes Kartnig weiter der Deutsche Christoph Daum die Nummer eins in der Trainerfrage beim österreichischen Fußball-Vizemeister. "Daum ist nach wie vor mein Wunschkandidat, wir werden am 3. Oktober ein Gespräch führen. Wenn er nicht will, kommt eben ein anderer, denn es gibt genug Weltklasse-Trainer, die diesen Job wollen", erklärte der wortgewaltige Sturm-Boss.

Der frühere Lebenswandel des ehemaligen Kokain-Konsumenten Daum stört Kartnig nicht. "Sein Privatleben interessiert mich nicht. Ich brauche jemanden, der sich rund um die Uhr mit Fußball beschäftigt und nicht am Golf- oder Tennis-Platz steht", meinte der Präsident und betonte, Daum sei "billiger als so mancher österreichische Trainer".

Eine Dauerlösung mit Foda auf der Grazer Kommandobrücke kommt für Kartnig trotz der jünsten Erfolge nicht in Frage. "Franco will ja selbst gar nicht Cheftrainer werden. Er weiß, er ist noch zu jung", sagte Kartnig und erstellte das Anforderungsprofil für den zukünftigen starken Mann bei den "Blackys": "Diese Spieler brauchen einen erfahrenen Trainer."

Foda selbst scheint sich mit der ihm von Kartnig zugedachten Rolle abzufinden. "Ich habe immer gesagt, wenn kein Top-Trainer kommt, stehe ich als Coach zur Verfügung. Wenn hingegen Jemand verpflichtet wird, rücke ich ins zweite Glied", verkündete der Deutsche, der seinen Anteil an der Leistungssteigerung von Sturm relativierte: "Ein paar Prozent vielleicht. Der Großteil gehört aber Osim, er hat hervorragende Arbeit geleistet."

Sein Erfolgsrezept: Er habe nach dem Tief der vergangenen Wochen viele Einzelgespräche mit den Spielern geführt. "Dann haben wir das Erfolgserlebnis gegen Livingston gehabt, jetzt geht es wieder besser", so Foda, der auf das Sturm-Duo Szabics-Mujiri setzt und damit eine goldene Hand bewiesen hat.(APA)

  • Franco Foda, nicht ganz so regungslos wie Vorgänger Ivica Osim

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