Edlinger kritisiert neue Pensionsvorsorge mittels Aktien

23. September 2002, 13:25
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"Börse ist keine Sparkasse für Ersparnisse kleiner Leute"

Wien - Kritik am neuen Pensionsvorsorgemodell, das Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) in der Vorwoche vorgestellt haben, übte SPÖ-Budgetsprecher Rudolf Edlinger heute Montag. "Die Regierung verleitet die Menschen, ihre Altersvorsorge einem höchst riskanten Kapitalmarkt auszuliefern, der die versprochenen Renditen allen Gesetzen der Volkswirtschaft zufolge nicht erwirtschaften kann. Die Menschen werden froh sein müssen, wenn sie die eingezahlten Beträge wieder zurückbekommen", sagte Edlinger laut SPÖ-Pressedienst.

Der ehemalige Finanzminister begründet seine Ablehnung damit, dass sich die Renditeversprechungen der Kapitalmärkte von dem, was real erwirtschaftet werden könne, bereits zu weit auseinander entwickelt hätten. "Wenn auf den Kapitalmärkten mehr versprochen wird als real erwirtschaftet werden kann, kann sich die Rechnung nicht ausgehen. Es muss und wird zu Enttäuschungen kommen", so Edlinger. "Was mit Privatpensionen passiert, die auf Kapitalmärkten angespart wurden, konnte man in den vergangenen zwei Jahren an etlichen internationalen Beispielen bereits erleben", so Edlinger.

"Verantwortungslos"

Edlinger hält es für "verantwortungslos", wenn nicht nur die Bundesregierung, sondern auch Arbeitnehmervertreter wie der ÖAAB ihren Mitgliedern derartige Pensionsvorsorgen empfehlen. "Die Börse ist keine Sparkasse für die Ersparnisse kleiner Leute", so Edlinger. "Bei der Altersvorsorge muss Sicherheit vor Rendite gehen" habe auch der deutsche Wirtschaftsweise Bert Rürup zu recht erklärt.

Laut Edlinger müsse sich die neue österreichische Bundesregierung vielmehr zum Ziel setzen, die Finanzierung der gesetzlichen Pensionsversicherung langfristig sicherzustellen. "Und die Kreativität muss mehr hervorbringen als bloß Pensionen kürzen und das Antrittsalter verlängern zu wollen", so Edlinger.(APA)

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