DAX verliert mehr als drei Prozent

23. September 2002, 13:11
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Europas Leitbörsen weiten Minus aus

Wien - Die Leitbörsen in Europa haben am Montag im frühen Handel einheitlich mit Verlusten tendiert. Um 11:55 Uhr MESZ notierte der DAX in Frankfurt mit 2.955,87 Punkten, das entspricht einem deutlichen Minus von 109,86 Einheiten oder 3,58 Prozent. In London verschlechterte sich der FT-SE-100 30,5 Einheiten oder 0,79 Prozent auf 3.829,6 Zähler.

Auch die Märkte in Paris und Zürich bewegten sich im negativen Terrain. Zum oben genannten Zeitpunkt lag der CAC-40 Index bei 2.845,60 Punkten und damit 45,22 Einheiten oder 1,56 Prozent im Minus. Der SPI notierte mit 3.262,09 Zählern oder einem Abschlag von 46,98 Einheiten oder 1,42 Prozent. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 reduzierte sich um 50,92 Einheiten oder 2,21 Prozent auf 2.257,11 Punkte.

Abschläge im Versicherungssektor

Den Wahlausgang in Deutschland, der knapp die regierende rot-grüne Koalition bestätigt hat, sehen Händler nicht als entscheidenden Belastungsfaktor zum Wochenauftakt. Die Abschläge im Versicherungssektor ziehen die Leitindizes in die Tiefe, hieß es zur Begründung für die Rückgänge. Der DAX rutschte im Eröffnungshandels auf ein neues Jahrestief. Der Euro-Stoxx-50 tendiert ebenfalls weit im negativen Terrain, nachdem der Index bereits sieben Handelstage in Folge im Minus geschlossen hat.

In der Versicherungsbranche sorgen negative Analystenkommentare für Verkaufslust unter den Investoren. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück wurde von Schroder Salaomon Smith Barney von "in-line" auf "underperform" rückgestuft. Münchener Rück rutschen um 8,35 Prozent auf 123,64 Euro ab. Morgan Stanley senkte den Vermögenswert von Allianz und Münchener Rück um 33 bzw. 15 Prozent. Begründung: "Der Effekt des Aktienmarkteinbruches auf unsere Allianz-Bewertung war brutal." Der größte europäische Versicherer Allianz gibt um 4,62 Prozent auf 94,7 Euro nach.

Ölwerte profitieren

Swiss Re setzen die Talfahrt mit einem Abschlag von 0,73 Prozent auf 81,4 Franken fort. Die Analysten von Morgan Stanley senkten das Kursziel für Swiss Re auf 122 Franken von 139 Franken. Das führende britische Versicherungsunternehmen Aviva gewinnt gegen den schwachen Trend im Sektor um 0,97 Prozent auf 363,5 Pence, nachdem die Titel seit Jahresbeginn bereits um 57 Prozent nachgeben mussten.

Ölwerte profitieren von dem Preisanstieg für Rohöl. Auf Grund der Irak-Situation erreichte Rohöl das höchste Preisniveau seit etwa 19 Monaten. BP, das weltweit drittgrößte Ölunternehmen legt um 3,32 Prozent auf 451,5 Pence zu. TotalFinaElf verteuern sich um zwei Prozent auf 132,8 Euro.

BMW legt zu

Im Automobilsektor legen BMW nach einer Hochstufung 0,79 Prozent auf 34,36 Euro zu. Das Investmenthaus UBS Warburg hob die Empfehlung für BMW auf "strong buy" von "buy" an und bestätigte das Kursziel von 50 Euro. Für Peugeot reduzierte UBS Warburg das Kursziel auf 43 Euro von zuvor 50 Euro. Trotz des guten Managements sei die "geographische Ausrichtung eingeschränkt" und Peugeot sollte sich auf den Aufbau einer Cash-Position konzentrieren und nicht Aktien zurückkaufen, hieß es von den Analysten. Peugeot beschleunigen leicht um 0,43 Prozent auf 39,43 Euro.

Unter den Telekomtitel wird Vodafone von negativen Analystenaussagen nicht belastet und die Aktien gewinnen leicht um 0,56 Prozent auf 89,5 Pence. Die Analysten von Morgan Stanley senkten das Kursziel für Vodafone auf 118 von zuvor 140 Pence. Zugleich reduzierten die Wertpapierspezialisten die Schätzung des Ergebnisses je Aktie im kommenden Jahr.(APA)

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