Kalifornien: Forschung mit embryonalen Stammzellen erlaubt

23. September 2002, 12:24
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Gesetz steht gewünschter Einschränkungen in Washington entgegen

Sacramento - Die Forschung an embryonalen Stammzellen zu medizinischen Zwecken soll in Kalifornien grundsätzlich erlaubt sein. Gouverneur Gray Davis unterzeichnete am Sonntag einen entsprechenden Gesetzentwurf, der im direkten Widerspruch zu den von der Bundesregierung in Washington befürworteten Einschränkungen steht. Zur Begründung erklärte Davis, das Gesetz sei notwendig, um Kaliforniens Spitzenposition in der medizinischen Forschung zu erhalten. Ein Klonen menschlicher Embryonen wurde aber verboten.

Für die Vorlage hatte sich auch der ehemalige "Superman"-Darsteller Christopher Reeve eingesetzt, der seit einem Reitunfall vor sieben Jahren querschnittsgelähmt ist. Er ist einer der prominentesten Verfechter einer Ausweitung der medizinischen Forschung zur Bekämpfung schwerer Krankheiten, was seiner Meinung nach auch eine Verwendung von embryonalen Stammzellen mit einschließen muss. Abtreibungsgegner sowie die katholische Kirche waren gegen das Gesetz zu Felde gezogen. Sie hatten geltend gemacht, dass die Forschung die Zerstörung menschlicher Embryonen voraussetze, was einem Mord gleich komme.

US-Präsident George W. Bush hatte im vergangenen Jahr die Bundesmittel für die Embryonenforschung stark eingeschränkt. Lediglich eine begrenzte Anzahl von bereits bestehenden Stammzelllinien sollte demnach weiterhin zur Forschung frei sein. Ein Gesetz zum Verbot der Stammzellenforschung oder auch zum Verbot des Klonens von menschlichen Embryonen wurde vom Kongress bisher aber nicht beschlossen. (APA/AP)

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