Ankerbrot "noch nicht über den Berg"

23. September 2002, 19:31
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2001 knapp zwölf Millionen Euro Verlust - Banken halten nach Umschuldungsaktion Pfandrechte auf die Marke

Wien - Das Wiener Traditionsunternehmen Ankerbrot werde weiterhin "noch Hilfe von Müller (bayrischer Mehrheitseigentümer, Anm.) brauchen" und ist "sicher noch nicht übern Berg", heißt es in heimischen Bankenkreisen angesichts der am Montag in der Wiener Zeitung veröffentlichten Bilanz des Großbäckers. Dort wird für 2001 ein Verlust im EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) von 11,87 Mio. Euro ausgewiesen. Ein Jahr zuvor waren es noch knapp 20 Mio. Euro. Die Umsätze stiegen von von 158,6 auf 161,3 Mio. Euro.

Größere Hemmnisse würden aber von den Hauptkreditgebern nicht geortet, wird derzeit betont. Vieles werde jedoch auch davon abhängen, wie viel Geld 91-Prozent-Eigentümer Müller bereit sei nachzulegen, sagen Insider.

In den Banken verweist man bisher jedenfalls auf Versicherungen aus Bayern, die Ankerbrot-Sanierung wie geplant durchzuziehen. Für die Ankerbrot-Kredite gebe es einen vereinbarten Tilgungsplan, den Müller einhalte.

Pfandrechte

Die österreichischen Banken halten nach Umschuldungsaktionen die Pfandrechte auf die Marke. Mitte dieser Woche trifft man sich zu einer "tourlichen Information" über den Stand der Sanierung.

Das Unternehmen verhandelt mit der Belegschaft über "Sanierungsbeiträge" - befristete Gehaltskürzungen, Verzicht auf Teile von Weihnachtsgeld und Urlaubsansprüchen. Damit will Müller die Lohnkostendifferenz zur Konkurrenz abbauen und Kündigungen vermeiden. Von 297 Filialen wurden heuer weiters 93 geschlossen. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 24.9.2002)

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