BMW: Mini und 7er als Zugpferde

23. September 2002, 10:49
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Heuer Rekordabsatz erwartet - Mini-Mania in Großbritannien

München - Ein Jahr nach Start des Mini und des neuen 7er halten das kleinste und das größte Konzernmodell den weiß-blauen Autobauer auf Rekordkurs. "Beide liegen beim Absatz über unseren Planungen", sagte BMW-Vertriebschef Michael Ganal in München. Vom Mini dürfte nach Branchenschätzungen in einigen Tagen das 100.000. Exemplar in diesem Jahr verkauft werden.

Beim Flaggschiff 7er, der vor allem in Deutschland wegen seines Designs umstritten ist, liegt BMW mit 35.000 ausgelieferten Fahrzeugen seit Marktstart im November um acht Prozent über dem Vorgänger zum selben Zeitpunkt des Modellzyklus. Angesichts der lebhaften Nachfrage rechnet Ganal trotz der hartnäckig schwachen Konjunktur für 2002 weiter mit einem Rekordabsatz von mehr als einer Million verkauften Autos der Marken BMW und Mini.

Mini-Mania in Großbritannien

Den Mini hatte BMW in Deutschland im vergangenen September gestartet. Zwei Monate zuvor war er bereits in Großbritannien erhältlich. Dort stößt die Neuentwicklung auf besonders große Resonanz. "Mit über 20.000 verkauften Minis bis Ende August ist England bei der Mini-Mania klar die Nummer eins", sagte Ganal. In Deutschland sind es 15.000. Ein Überraschungserfolg gelang BMW mit 13.000 verkauften Minis in den USA. "Das ist sicher eine große Leistung, weil es dort vorher eigentlich keinen Kleinwagenmarkt gab", sagte Ganal. Zusätzlichen Schub in Europa verspricht sich BMW von der Einführung der Diesel-Variante im kommenden Jahr.

2002 will BMW laut früheren Angaben mehr als 120.000 Minis verkaufen. "Wir haben derzeit Drei-Schicht-Betrieb volles Rohr", sagte Ganal. Für das nächste Jahr kündigte er eine weitere Absatzsteigerung beim Mini an. Spätestens dann müsste der Konzern die Kapazitäten im Werk Oxford erweitern.

Jüngere Kundschaft erschließen

Mit dem Mini wollte BMW seine Modellpalette unter anderer Marke nach unten erweitern und sich eine jüngere Kundschaft erschließen. "Das sind Kunden, an die man früher nicht auf Anhieb rangekommen ist", sagte Ganal. Das Durchschnittsalter der Mini-Fahrer liege unter 40 Jahren, in der Branche ungewöhnlich niedrig. Bei der Marke BMW sind es laut Ganal etwa acht Jahre mehr. Zumal BMW mit dem Mini nach eigenen Angaben auch Geld verdient, soll die Marke daher schrittweise zu einer Familie ausgebaut werden.

Als Erfolg wertet der Vertriebschef auch den Anlauf des neuen 7er. "Natürlich birgt der Eintritt in eine neue Design-Generation immer Konfliktstoff." Die heftige Debatte habe es in Deutschland gegeben. BMW produziere aber für die Weltmärkte. In den ersten acht Monaten verkaufte BMW mehr als zwei Drittel der ausgelieferten 7er außerhalb Europas. In Asien müsse ein Auto in der Oberklasse auch optisch ein klares Status-Symbol sein und in den USA sei der 7er ohnehin nicht ungewöhnlich groß, sagte Ganal. In Deutschland wurden seit Jahresbeginn 4500 Stück verkauft, weltweit 35.000 Stück. Allerdings werden die Diesel-Varianten erst noch eingeführt. Ganal rechnet in Europa mit einem Dieselanteil von etwa 40 Prozent.

Ganal sagte mit Blick auf den 7er, die Oberklasse sei etwas anfälliger für eine schwache Konjunktur als andere Premiumsegmente. "In vielen Unternehmen wird in so einer Zeit die Anschaffung natürlich verschoben." Daher sei er zufrieden, wenn der neue 7er auch im Gesamtjahr besser abschneide als das Vorgängermodell.(APA/dpa)

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