T-Online will ab 2004 höhere Umsätze mit Bezahlinhalten machen

24. September 2002, 12:12
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"Wir wollen mit jedem Tarif, den wir heute einführen, Geld verdienen"

Der größte europäische Internet-Anbieter T-Online will seinen Umsatz mit Hilfe kostenpflichtiger Inhalte in zwei Jahren spürbar ausbauen. Der Markt für Bezahlinhalte entstehe gerade erst, sagte T-Online-Chef Thomas Holtrop im Gespräch mit dem "Handelsblatt". "In diesem Jahr wollen wir ausloten, in welchen Bereichen wir erfolgreich sein können.

Bezahlen

Ab 2004 werden wir höhere Umsätze mit Bezahlinhalten machen", ergänzte Holtrop. "Wer Produkte und Leistungen dauerhaft verschenkt, oder sich - wie Tiscali - weitestgehend auf das Zugangsgeschäft konzentriert und das Portalgeschäft vernachlässigt, bekommt Probleme."

Preise

Eine Zweitverwertung der Fußballbundesligarechte schloss Holtrop jedoch zunächst aus. Zwar sei T-Online an Premiuminhalten wie Fußball interessiert. "Allerdings sind die Rechte zu teuer."

Das Zugangsgeschäft werde bei T-Online 2004 aber immer noch 70 Prozent des Umsatzes ausmachen. "Daher haben wird dafür gesorgt, dass wir im Internetzugangsgeschäft profitabler arbeiten. Wir wollen mit jedem Tarif, den wir heute einführen, Geld verdienen", sagte Holtrop. Zusätzlich wolle T-Online den Internetzugang durch Mehrwertdienste wie Virensoftware qualitativ aufwerten. Auf der Computermesse Cebit werde T-Online zudem eine neue Technologie vorstellen, mit der das Internetportal auch über Fernsehgeräte verfügbar gemacht werden solle, kündigte Holtrop an.

Verkauf

Der Vorstandschef lehnte eine Stellungnahme zu der Frage ab, ob ihre Mutter Deutsche Telekom im Zuge ihres geplanten Schuldenabbaus ihre Internet-Tochter verkaufen werde. "Der neue Telekom-Vorstandschef hat betont, dass es beim Schuldenabbau keine heiligen Kühe geben wird. Ich halte die Überlegung generell für wichtig, jetzt zu prüfen, was sich an Werten innerhalb des Konzerns monetarisieren lässt." Der für eine Übergangszeit amtierende Telekom-Vorstandschef Helmut Sihler habe aber auch gesagt, der Konzern halte an der Vier-Säulen-Strategie fest. "Alles andere sind Spekulationen, die ich nicht kommentieren möchte", sagte Holtrop.

Pläne

Die Deutsche Telekom plant seit längerem, ihre vor allem durch Investitionen in die Mobilfunksparte angehäufte Verschuldung unter anderem durch Beteiligungsverkäufe zu mindern. Bis Ende kommenden Jahres sollen die Verbindlichkeiten auf 50 Milliarden Euro gesenkt werden. Derzeit beläuft sich die Verschuldung auf 64 Mrd. Euro. (APA/Reuters)

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