CDU-Fraktionschef Merz räumt Niederlage ein

23. September 2002, 15:02
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"Wir haben die Bundestagswahl verloren"

Berlin - Der Vorsitzende der Union im Bundestag, Friedrich Merz, hat ohne Umschweife die Wahlniederlage von CDU/CSU eingestanden. "Wir haben die Bundestagswahl verloren, das ist gar keine Frage", sagte er am Montag in der ARD. "38,5 Prozent ist zu wenig, wir wollten 40 + x." Die Union kam bei der Bundestagswahl auf 38,5 Prozent (1998: 35,2). Zwar hat die SPD ebenfalls 38,5 Prozent der Stimmen erreicht, allerdings wird sie wegen der Überhangmandate die stärkste Bundestagsfraktion stellen.

Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) habe einen exzellent guten Wahlkampf geführt, sagte Merz. "Ich habe überhaupt keinen Anlass, an Edmund Stoiber Kritik zu üben." Merz betonte zum Verhältnis CDU/CSU: "Die Bundestagswahl haben wir gemeinsam verloren." Fehler seien nicht gemacht worden: "Ich glaube, wir haben trotzdem alles richtig gemacht in der Anlage unseres Wahlkampfes." Die Schwerpunkte Wirtschaft und Arbeit seien richtig gewesen. "Man muss sich in der Tat fragen, was noch passieren muss, damit eine Regierung in Deutschland abgewählt wird", sagte Merz.

Die Frage, ob er die neue Unionsfraktion führen werde, ließ er offen: "Diese Frage werden wir heute und morgen in den Gremien in Ruhe miteinander besprechen." Entscheidend sei, dass die Union geschlossen in die Opposition gehe. Kanzler Gerhard Schröder (SPD) habe einen hohen Preis für den Wahlsieg bezahlt. Das Verhältnis zu den USA sei zerrüttet. Schröder werde auch von seinem Versprechen eingeholt werden, keinem Opfer der Flutkatastrophe werde es schlechter gehen als vor den Überschwemmungen.(APA/Reuters)

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