Gusenbauer freut sich über Sieg für Rot-Grün in Deutschland

23. September 2002, 11:16
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SPÖ-Chef sieht jedoch nur geringe Signalwirkung für Österreich

Wien - SPÖ-Vorsitzender und Kanzlerkandidat Alfred Gusenbauer zeigte sich am Montag naturgemäß erfreut darüber, dass SPD-Chef Gerhard Schröder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutscher Bundeskanzler bleibt und die SPD aus den Bundestagswahlen letztlich auch als mandatsstärkste Partei hervorgegangen ist. Die Signalwirkung für Österreich bewertete Gusenbauer im Rahmen eines Besuches im Krankenhaus Rudolfsstiftung allerdings nur gering.

Die politische Situation in Deutschland und Österreich sei doch sehr verschieden, meinte der SPÖ-Chef. In Deutschland hätte die Regierung die Steuern gesenkt und die Arbeitslosigkeit reduziert, in Österreich stelle sich die Lage genau umgekehrt dar: "Die schwarz-blaue Regierung hat die Arbeitslosigkeit und die Steuern erhöht." Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, meinte Gusenbauer nicht unzufrieden, könne nun "seine Wahlkampfplakate einstampfen", in denen er die Abwahl von Rot-Grün in Deutschland als Wahlkampfmunition verwenden hätte wollen. Auf die Frage, ob auch er mit einer ähnlichen knappen Mehrheit wie in Deutschland regieren würde, deckte sich Gusenbauers Antwort mit jener Schröders am Wahlabend: "Mehrheit ist Mehrheit."

Gusenbauer wusste auch von einem morgendlichen Gratulations-Telefonat mit Gerhard Schröder zu berichten. Der solcherart beglückwünschte alte und aller Voraussicht nach auch neue deutsche Kanzler hat sich nach Gusenbauers Worten mit der Bereitschaft revanchiert, sich im österreichischen Wahlkampf zu engagieren, "wenn er gerufen wird".

SPÖ-Europasprecher Caspar Einem liest aus dem deutschen Wahlergebnis eine "Ermutigung für die SPÖ" heraus: "Das Wahlergebnis der SPD im Osten Deutschlands zeigt eines deutlich: Die Menschen, die unter schwierigen Verhältnissen leben, vertrauen der sozialen Kompetenz der Sozialdemokraten", meint Einem in einer Aussendung. "Und die Menschen wissen auch, dass Stoiber und seine CDU/CSU in Deutschland genauso wie Schwarz-Blau in Österreich Politik für die macht, denen die Solidarität zu teuer und die Menschen mit Alltagssorgen nicht wichtig sind."(APA)

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