Schüssel spricht von "großem Erfolg für Stoiber"

23. September 2002, 09:43
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CDU/CSU hätten zur Spitze aufgeschlossen

Wien - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hat den Ausgang der deutschen Bundestagswahlen vom Sonntag als "ganz großen Erfolg für Edmund Stoiber" bezeichnet. In einem Interview mit dem ORF-Fernsehen sagte der Bundeskanzler am Montag: "Stoiber hat etwas erreicht, was zu Beginn des Wahlkampfes niemand für möglich gehalten hat." CDU und CSU hätten zur Spitze aufgeschlossen. Der knappe Wahlausgang zeige auch für Österreich, "dass es auf jede Stimme ankommt".

Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Nationalratswahlen in Österreich und der Möglichkeit einer rot-grünen Regierung erklärte Schüssel, Deutschland habe "die Probleme mit dieser Regierungsform aufgezeigt". "Es gibt eine doppelt so hohe Arbeitslosigkeit wie in Österreich". Auch das Budgetdefizit sei doppelt so hoch. Die Zahlen würden jetzt vorgelegt, man werde sehen, wie damit umgegangen wird.

CDU und CSU hatten bei den Wahlen am Sonntag klar zugelegt. Stimmenstärkste Partei blieb aber die SPD, die nun eine Neuauflage einer rot-grünen Regierung in Angriff nehmen.

"Schröder hat vom Wähler die Rechnung präsentiert bekommen"

In einer ersten Stellungnahme konstatierte ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat "Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU/CSU und SPD. Klar ist, dass Schröder Wählerstimmen verloren hat und Edmund Stoiber Stimmen dazu gewinnen konnte. Damit machten er und Angela Merkel die CDU/CSU zur stärksten Partei in Deutschland, Schröder hingegen hat vom Wähler die Rechnung präsentiert bekommen. Stoibers Erfolg ist für uns ein Grund zur Freude und die Österreichische Volkspartei gratuliert ihren Schwesterparteien", meinte Rauch-Kallat in einer Aussendung.

Man müsse natürlich das Endergebnis abwarten, aber es zeichnet sich ein klarer Sieg der CDU/CSU ab, so Rauch-Kallat. "Während Schröder mit seinem Blockwahlkampf Deutschland beinahe blockiert hätte, haben die deutschen Wählerinnen und Wähler dem Wahlsieger Stoiber nun das Heft für die künftige Regierungsbildung in die Hand gegeben", sagte die ÖVP-Generalsekretärin. (APA)

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