Breitseite gegen Opec

22. September 2002, 20:25
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USA kritisieren vorerst nur durch die Blume

Osaka - Die USA haben die Opec für den Beschluss, die Förderung nicht zu erhöhen, heftig kritisiert, allerdings ohne sie mit einem Wort zu erwähnen. In einer offensichtlichen Anspielung auf die Opec bezeichnete US-Energieminister Spencer Abraham hohe Ölpreise als schädlich für das Wachstum: "Hohe Preise könnten sich langsam, aber sicher auf unerwünschte Weise auf die Volkswirtschaften dieser Welt auswirken"

Die Opec hatte sich am Freitag den Forderungen zahlreicher Abnehmerländer nach einer Ausweitung der aktuellen Fördermenge widersetzt. "Sollte die industrialisierte Welt einen wirtschaftlichen Einbruch erleben, werden sich ihre Märkte für Produkte aus den Entwicklungsländern verringern und damit auch die Volkswirtschaften dieser Länder schädigen", sagte der US-Energieminister weiter. Das war die bisher härteste öffentliche Kritik seitens der US-Regierung an den Ölproduzenten, auch wenn Abraham sich in seiner Rede nicht direkt an die Opec richtete.

Sorgen

Vertreter anderer Abnehmerländer unterstützten Abrahams Standpunkt. "Es herrschen Sorgen, dass sich der Ölpreis an der Obergrenze befindet. Das hilft sicherlich nicht der wirtschaftlichen Erholung, die ohnehin schon länger braucht als erwartet", sagt EU-Energiekommissarin Loyala de Palacio.

Saudi-Arabiens Ölminister Ali el Naimi sagte, man fühle sich verpflichtet, einen stabilen, von starken Preisschwankungen freien Ölmarkt zu bewahren. Deshalb werde Saudi-Arabien seine seit langem bestehende Politik, Überkapazitäten bereitzuhalten, fortsetzen. "Wir werden weiterhin etwa 30 Prozent unserer Produktionskapazität nicht ausschöpfen, um im Fall von Versorgungsengpässen bereit zu sein." Saudi-Arabien fördert derzeit etwa täglich 7,7 Mio. Fass Rohöl. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 23.9.2002)

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