Schröder kündigt Konsequenzen im Fall Däubler-Gmelin an

22. September 2002, 21:35
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Der Kanzler will die Wahrheit ermitteln

Berlin - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Konsequenzen angekündigt, falls Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) US-Präsident George Bush mit Adolf Hitler verglichen hat. Er habe zunächst davon auszugehen, dass die Aussagen Däubler-Gmelins, diesen Vergleich nicht angestellt zu haben, der Wahrheit entsprächen, sagte Schröder am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Berliner Runde".

"Sollte sich herausstellen - und wir werden die Wahrheit ermitteln müssen, dass diejenigen, die ihr Vorwürfe machen Recht haben, wird es Konsequenzen geben - das wird gar keine Frage sein." Zunächst habe er einer Ministerin zu glauben, die vier Jahre Mitglied seines Kabinetts gewesen sei: "Sollte sich herausstellen, da ist was dran an den Vorwürfen ..., dann werde ich zu handeln wissen, gar keine Frage."

Däubler-Gmelin werden Äußerungen zugeschrieben, in denen sie Bush mit Hitler verglichen haben soll. Die Ministerin hat dies wiederholt bestritten. Das "Schwäbische Tagblatt", das dies berichtet hatte, bleibt jedoch bei seiner Darstellung. Die Ministerin widersprach am Sonntag einem Vorabbericht der "Bild"-Zeitung, wonach sie noch am Wahlabend zurücktreten werde. Däubler-Gmelin verliert ihren Wahlkreis

Die deutsche Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) ist nach ihrem angeblichen Vergleich von US-Präsident George W. Bush mit Adolf Hitler auch in der Wählergunst abgerutscht: Die SPD-Politikerin musste ihren Wahlkreis Tübingen an ihre CDU-Herausforderin Annette Widmann-Mauz abgeben. Däubler-Gmelin erhielt nach Angaben des baden-württembergischen Landeswahlleiters nur 40,4 Prozent der Erststimmen, ihre CDU-Kontrahentin kam auf 43,4 Prozent.

Bei der Wahl vor vier Jahren hatte Däubler-Gmelin noch ein Direktmandat in Baden-Württemberg errungen. In den Bundestag dürfte sie dennoch wieder einziehen, da sie auf Platz Drei der SPD-Landesliste in Baden-Württemberg abgesichert ist. (APA/Reuters)

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    Däubler-Gmelin, Noch-Justizministerin

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