Metallerchef gegen Auflösung der ÖIAG

22. September 2002, 21:19
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SPÖ-Spitzenfunktionär Nürnberger wünscht sich Staat als Kernaktionär

Wien - SPÖ-Spitzenfunktionär und Vorsitzender der Metallergewerkschaft Rudolf Nürnberger fordert in einem Interview des Wirtschaftsmagazins "trend" den Stopp der "dilettantischen und chaotischen Auflösung der ÖIAG" und die Umwandlung der Verstaatlichten-Dachholding von einer Privatisierungsagentur in eine Beteiligungsagentur. Bei voestalpine und Böhler Uddeholm solle der Staat als Kernaktionär weiter Anteile halten. "Aber auch strategische Beteiligungen bei der OMV, den Austrian Airlines, Post und Telekom sind immer wieder neu zu hinterfragen und festzulegen", so Nürnberger laut "trend".

Abfertigung neu: Detailfragen offen

Nürnberger bemängelt weiters, dass die Regierung beim neuen Abfertigungsgesetz zu viele Detailfragen offen gelassen habe, etwa Schutzbestimmungen für den Wechsel vom alten ins neue System. "Hier wünsche ich mir, wenn es zu einer anderen Regierung kommt, dass diese Regierung dann Novellen vorbereitet und auch beschließt", wird der Metaller-Chef zitiert. Nach der Wahl könne sich Nürnberger sowohl eine Zusammenarbeit mit der ÖVP als auch mit den Grünen vorstellen.

Schwierige Lohnrunde

Die Herbstlohnrunde wird laut Nürnberger heuer "besonders schwierig, weil man sich auf die Prognosen der Wirtschaftsforscher nicht verlassen kann." Die Verhandlungen über ein gemeinsames Entgeltsystem für Arbeiter und Angestellte seien weit fortgeschritten und könnten innerhalb eines Jahres zum Abschluss kommen. Hier erwarte sich Nürnberger, dass die Einstufung der Mitarbeiter innerhalb des Entlohnungsschemas flexibler wird und den Betriebsräten mehr Mitspracherecht auf Betriebsebene bringt. Innerhalb des ÖGB sieht der Metallerchef keinen Änderungsbedarf an der Führungsspitze: "Fritz Verzetnitsch wird nächstes Jahr sicherlich wieder gewählt und ist von 2003 bis 2007 ÖGB-Präsident." (APA)

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    Vor schwieriger Herbstlohnrunde: Metallerchef Rudolf Nürnberger.

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