Neues Flüchtlingsdrama in Italien

22. September 2002, 16:14
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Acht Leichen an Siziliens Küste entdeckt - Immigranten sollen ins Wasser geworfen worden sein

Rom - Ein neues Flüchtlingsdrama schockiert Italien. Acht Leichen sind an einem Strand - rund 40 Kilometer von der sizilianischen Stadt Ragusa entfernt - entdeckt worden. Nach Angaben der Polizei könnten Schlepper die Immigranten von einem Flüchtlingsschiff ins Wasser geworfen haben, um sie zu zwingen, schwimmend die Küste zu erreichen. Wegen der stürmischen See seien sie ertrunken. Die Leiche einer Frau wurde gesichtet, konnte jedoch wegen des starken Windes vorerst nicht geborgen werden. Laut den Behörden könnte es noch mehrere Opfer geben.

Die Polizei suchte nach weiteren Toten und nahm die Ermittlung der Staatsangehörigkeit der Opfer auf. 50 Flüchtlinge konnten das Festland erreichen. Sie wurden in Krankenhäuser und Aufnahmelager gebracht.

Vor einer Woche war ein Schiff mit mehr als 100 westafrikanischen Flüchtlingen vor der sizilianischen Stadt Agrigent gesunken. 37 Personen sind dabei ertrunken. Im ersten Halbjahr 2002 erreichten mehr als 12.000 Flüchtlinge die Küsten Siziliens. (APA)

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