EADS-Manager: Haider war von Eurofighter-Angebot "sehr angetan"

22. September 2002, 14:35
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Kärntner Landeshauptmann hat laut Bergner persönliche Unterstützung für Abfangjäger-Kauf angeboten

Wien/Klagenfurt - Im Gegensatz zu seiner in der Öffentlichkeit geäußerten Ablehnung eines Abfangjäger-Ankaufs, soll der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) dem Eurofighter-Hersteller EADS persönliche Unterstützung angeboten haben. In der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" berichtet Klaus-Dieter Bergner, Senior Vice-President von EADS, über ein persönliches Gespräch mit Haider im Vorfeld der Entscheidung über den Abfangjäger-Kauf. Im Zusammenhang mit geplanten Gegengeschäften habe EADS "jedem Landeshauptmann ein Angebot für sein Bundesland vorgelegt", so Bergner.

In dem Gespräch mit Haider habe der EADS-Manager für Kärnten einen Anteil "zwischen zehn und 15 Prozent der Gegengeschäfte" in Aussicht gestellt, was Aufträgen in einer Größenordnung von 400 bis 600 Millionen Euro entspräche. "Haider war von unserem Angebot sehr angetan und hat gesagt: Ihr kriegt von mir jede Unterstützung, die ihr braucht", erklärte Bergner laut "profil"-Vorausmeldung.

Im Zusammenhang mit Haiders Behauptungen, kürzlich wegen seiner Ablehnung des Abfangjäger-Kaufs bedroht worden zu sein, hält Bergner fest, dass es sich bei EADS und dem Eurofighter-Konsortium um "seriöse Unternehmen" handle. "Es gehört nicht zu unseren ethischen Grundsätzen, irgend jemanden zu bedrohen", betont der EADS-Manager. "Es ist weder unser Stil, noch haben wir solche Methoden nötig."

Haider weist Aussagen zurück

Haider wies am Sonntag die Aussagen von Klaus-Dieter Bergner umgehend zurück. In einer Aussendung heißt es, es habe außer einer losen Zusage, im geplanten Klagenfurter Lakeside-Softwarepark eine Softwarefirma zu gründen, kein einziges konkretes Angebot an Kärnten gegeben.

EADS sei insgesamt bisher nicht in der Lage gewesen, seine Vorstellungen zu konkretisieren. Lediglich der Zuschlag von Daimler-Chrysler an Magna-Steyr in Graz könne als möglicher Vorgriff auf Gegengeschäfte gesehen werden. Haider betonte, der Ankauf der Abfangjäger solle verschoben werden, er schließe sich hier der Argumentation des neuen FP-Obmanns Mathias Reichhold an, dass noch viele Fragen zu klären seien. (APA)

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    Wegen der Kompensationsgeschäfte soll Haider dem Abfangjäger-Deal gegenüber durchaus aufgeschlossen gewesen sein

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