Turiner Grabtuch "dem Original wieder ähnlicher geworden"

22. September 2002, 14:25
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Wissenschaftliche Kommission weist Kritik an Restaurierung zurück

Turin - Die wissenschaftliche Kommission zur Restaurierung des weltberühmte Turiner Grabtuchs, das der Überlieferung zufolge Gesicht und Körperabdruck des Jesus von Nazareth zeigt, trat am Samstag in Turin Kritik entgegen, bereits im Juli abgeschlossene Restaurierungsarbeiten hätten das Leichentuch unangemessen und unsachgemäß verändert. "Sicherlich hat sich mit dem Tuch etwas verändert", sagte Kommissionspräsident Giuseppe Ghiberti, "Aber jetzt ist das Leichentuch dem Original wieder ähnlicher geworden."

Von dem Grabtuch waren etwa 30 Flicken entfernt worden, die Nonnen 1532 nach einem Brand über angeschwärzte Stellen genäht hatten. Von den Arbeiten sei auch der Vatikan unterrichtet gewesen, hieß es. Kritiker hatten erklärt, das Grabtuch sei nunmehr nicht mehr in dem Zustand, "in dem es Millionen Gläubige verehrt haben".

Das 4,37 Meter lange und 1,11 Meter breite Grabtuch ist nach einer Radiokarbon-Analyse aus dem Jahr 1988 zufolge vermutlich eine mittelalterliche Fälschung. Dagegen kamen Mikrobiologen vor einigen Jahren zu der Auffassung, dass das Gewebe "fast sicher" aus der Zeit Christi stamme. Israelische Forscher hatten bei Untersuchungen Pollen und Pflanzenabdrücke gefunden, die es um diese Zeit ausschließlich im Nahen Osten gegeben habe. (APA/dpa)

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